Schnee, Eis, Kälte und Wind können Wege unpassierbar machen, Stürze verursachen und die Versorgung unterbrechen. Eine gute Wintervorsorge betrifft deshalb sowohl notwendige Wege als auch das Zuhause. Beobachten Sie Wetterwarnungen und stimmen Sie Pläne auf die örtliche Situation ab.
Den Haushalt rechtzeitig vorbereiten
Kontrollieren Sie Beleuchtung, Radio, passende Batterien, warme Kleidung und Decken. Ein gewöhnlicher Lebensmittel- und Getränkevorrat hilft, wenn Lieferungen oder Besorgungen ausfallen. Denken Sie an Medikamente und die Unterstützung von Personen, die nicht selbst einkaufen können.
Heizungsanlagen sollen vor der Saison fachgerecht gewartet sein. Bei einem Stromausfall funktionieren auch manche sonst mit Brennstoffen betriebene Heizungen nicht, weil Pumpen oder Steuerungen Strom benötigen. Klären Sie die tatsächliche Funktion Ihrer Anlage mit dem Fachbetrieb.
Bei Glätte sicher unterwegs
Tragen Sie der Witterung angepasstes Schuhwerk und planen Sie mehr Zeit für Wege ein. Beachten Sie lokale Räum- und Streuhäufigkeit, besonders an Stufen und abschüssigen Stellen. Unterstützen Sie Menschen, deren Mobilität durch Schnee und Eis eingeschränkt ist.
Prüfen Sie vor notwendigen Autofahrten Wetter und Verkehrsberichte, die passende Winterausrüstung und einen ausreichenden Kraftstoff- bzw. Ladezustand. Warme Kleidung, Getränke, ein geladenes Telefon und Licht helfen bei einer längeren Unterbrechung. Verschieben Sie unnötige Fahrten bei starkem Schneefall oder gefährlichem Glatteis.
Schnee, Bäume und Dachlast
Schneeverwehungen können Straßen und Zufahrten blockieren. Schwere Schnee- und Eisanlagerungen gefährden Bäume, Dächer und Leitungen. Halten Sie Abstand von gefährdeten Bereichen und beachten Sie Absperrungen.
Für Dächer gibt es keine allgemeine sichere Grenze von „120 kp/m²“. Die Belastbarkeit hängt von der tatsächlichen Konstruktion und den vorgesehenen Lastannahmen ab. Schneeart und Wassergehalt verändern das Gewicht. Lassen Sie bei Unsicherheit Fachleute die Situation beurteilen.
Betreten oder räumen Sie kein Dach ohne geeignete Sicherung und Kenntnisse. Bei drohender Einsturzgefahr den gefährdeten Bereich verlassen und 122 verständigen. Fachliche Angaben zu Schnee-, Wind- und Eislasten bietet GeoSphere Austria.
Schneechaos: wenn Verkehr und Versorgung ausfallen
Starker Schneefall und Verwehungen können Straßen blockieren, Zugverbindungen unterbrechen und Ortschaften vorübergehend schwer erreichbar machen. Planen Sie deshalb nicht nur die Fahrt, sondern auch die Versorgung zu Hause. Ein Vorrat und Absprachen mit Angehörigen helfen, wenn Einkauf, Betreuung oder Lieferungen verschoben werden müssen.
Prüfen Sie vor dem Start, ob die Fahrt nötig ist und ob die Strecke offen und sicher befahrbar ist. Beachten Sie Verkehrsberichte und die Anweisungen von Straßendienst und Einsatzkräften. Fahren Sie nicht über unbekannte Nebenwege an einer Sperre vorbei. Auch bei einer bereits begonnenen Fahrt ist eine sichere Unterbrechung sinnvoller als das Erzwingen des ursprünglichen Plans.
- Bei notwendigen Fahrten warme Kleidung, Getränke, eine Lampe und ein geladenes Telefon mitnehmen.
- Räumfahrzeugen und Einsatzkräften Platz lassen; gesperrte Zufahrten nicht blockieren.
- Bei einer längeren Unterbrechung Angehörige informieren, soweit die Kommunikation funktioniert, und Kräfte sowie Akku schonen.
- Bei einer akuten Gefährdung gezielt Hilfe rufen und den Standort möglichst genau nennen.
Wenn Schnee eine Zufahrt blockiert, stimmen Sie notwendige Unterstützung mit örtlichen Stellen ab. Gefährden Sie sich nicht durch Arbeiten unter instabilen Bäumen, vereisten Leitungen oder an einem überlasteten Dach. Prüfen Sie nach einer Beruhigung der Lage erst die sicheren Wege und setzen Sie danach geplante Besorgungen fort.
Kälte und Heizen
Schützen Sie sich mit geeigneter Kleidung vor Nässe und Wind und nehmen Sie bei längeren Aufenthalten im Freien trockene Reservekleidung mit. Nässe und Kälte können rasch zu einer gefährlichen Auskühlung führen. Bei einem gesundheitlichen Notfall wählen Sie 144.
Verwenden Sie keine improvisierten Verbrennungsgeräte zum Heizen. Ein Grill gehört nicht in Wohnräume oder Garagen. Innenräume dürfen nur mit dafür geeigneten Geräten nach ihrer Anleitung beheizt werden. Kohlenmonoxid ist nicht zu sehen oder zu riechen und kann tödlich sein.
Winter in den Bergen
Für Berg- und Skitouren gelten zusätzliche Anforderungen an Planung, Lawinenkenntnisse und Notfallausrüstung. Eine Warnkarte für den Siedlungsraum reicht nicht. Lesen Sie den aktuellen regionalen Lawinenbericht und beachten Sie Sperren. Unsere Seite Alpine Gefahren führt zu den passenden Fachstellen.
Ihre Checkliste
- Winterausrüstung und sichere notwendige Wege geplant.
- Vorräte und Hilfe für Angehörige organisiert.
- Heizungsfunktion und Wartung geklärt.
- Dachlast fachlich beurteilen, keine pauschale Schneehöhenregel.
- Keine gefährlichen Heizimprovisationen.
- Bergtouren nur mit passender Planung/Ausbildung.
Ratgeber und nächste Schritte
Planen Sie auch für einen möglichen Stromausfall.

