Starkregen, Gewitter, Sturm, Schnee und Glatteis können in kurzer Zeit den Alltag verändern. Je nach Ort und Jahreszeit drohen Überflutungen, herabfallende Äste, Verkehrsprobleme oder Stromausfälle. Eine Wettervorhersage und eine Warnung haben unterschiedliche Aufgaben: Die Vorhersage beschreibt das erwartete Wetter, eine Warnung hebt mögliche gefährliche Auswirkungen hervor.
Welche Gefahren zusammen auftreten können
Ein Gewitter bringt nicht nur Blitz und Donner. Auch Hagel, heftiger Regen und starke Böen sind möglich. Längerer Regen kann Flüsse steigen lassen; ein kurzer intensiver Schauer kann kleine Bäche, Unterführungen oder Keller betreffen. Schnee und Wind führen zu Verwehungen, Schneebruch und im Gebirge zu Lawinengefahr.
Schäden hängen nicht allein von einer einzelnen Wind- oder Regenzahl ab. Der Zustand von Boden, Bäumen und Gebäuden sowie Dauer und Ort des Ereignisses spielen ebenfalls eine Rolle. Ein bereits nasser Boden kann die Folgen weiteren Regens verstärken.
Warnungen richtig einordnen
Nutzen Sie die offiziellen Wetterwarnungen von GeoSphere Austria. Lesen Sie Gefahrentyp, Gebiet, Beginn, Ende und Hinweise zusammen. Die Warnfarben dieses Dienstes reichen von Grün ohne aktive Warnung über Gelb und Orange bis Rot für besonders gefährliche Auswirkungen.
Diese Wetterwarnungen beziehen sich auf den Dauersiedlungsraum. Für hochalpines Gelände sind zusätzlich Bergwetter, Lawinenbericht und örtliche Bedingungen nötig. Eine grüne Karte ist keine Garantie, dass an jedem Punkt keine Gefahr entstehen kann.
Vor dem Unwetter
- Bewegliche Gegenstände auf Balkon und im Garten rechtzeitig sichern.
- Türen und Fenster schließen, Fahrzeuge nach Möglichkeit an einem sicheren Ort abstellen.
- Touren, Arbeiten im Freien und Fahrten an die Warnlage anpassen.
- Wälder, Parks mit Baumbestand und Gewässer bei bevorstehender Gefahr rechtzeitig verlassen.
- Radio, Licht und Haushaltsvorrat für mögliche Versorgungsunterbrechungen bereithalten.
Treffen Sie Vorbereitungen früh. Gehen Sie nicht während des Sturms hinaus, um einen Gegenstand zu retten. Bei Überflutungsgefahr sind tiefliegende Garagen kein sicherer Abstellort.
Während und nach dem Ereignis
Bleiben Sie nach Möglichkeit in einem sicheren Gebäude und beachten Sie örtliche Anweisungen. Meiden Sie überflutete Unterführungen, fließendes Wasser und Bereiche mit Baumbruch. Nach dem Unwetter können beschädigte Bäume, lose Dachteile und Stromleitungen weiter gefährlich sein.
Halten Sie großen Abstand zu beschädigten oder am Boden liegenden Leitungen und melden Sie die Gefahr. Berühren Sie die Leitungen und Gegenstände im Kontakt damit nicht. Bei akuter Gefahr wählen Sie 122 oder 133; bei Verletzungen 144. Dokumentieren Sie Sachschäden erst, wenn dies gefahrlos möglich ist.
Wetter und Klimawandel unterscheiden
Ein einzelner Sturm ist keine Klimabilanz. Aktuelle Forschung zeigt für Österreich eine Zunahme kurzzeitiger Starkniederschläge und kleinräumigen Unwetterpotenzials. Die frühere pauschale Behauptung, großräumige Winterstürme würden immer häufiger, ist durch aktuelle GeoSphere-Auswertungen so nicht gedeckt. Entscheidend für Ihre Vorbereitung bleibt die konkrete Warnung vor Ort.
Ihre Checkliste
- Warngebiet und Zeitraum geprüft.
- Lose Gegenstände rechtzeitig gesichert.
- Outdoorpläne und Fahrten angepasst.
- Radio und Licht bei Stromausfall verfügbar.
- Nach dem Unwetter Abstand zu Schäden und Leitungen.
Ratgeber und nächste Schritte
Vertiefungen finden Sie bei Gewitter, Hochwasser und Starkniederschlägen.

