Vorsorge zu Hause

Krisenfester Haushalt

KI-Symbolbild: Vorratsschrank mit Wasserflaschen, haltbaren Lebensmitteln, Batterieradio und LED-Leuchte.
KI-generiertes Symbolbild

Ein Stromausfall, Hochwasser oder eine gesperrte Zufahrt kann den gewohnten Alltag unterbrechen. Behörden und Einsatzorganisationen arbeiten daran, die Versorgung wiederherzustellen. Wer zu Hause eine Zeit lang selbst zurechtkommt, überbrückt diese Unterbrechung und entlastet zugleich die Hilfe für andere.

Vorsorge beginnt mit dem eigenen Haushalt: Wer lebt hier, was wird täglich gebraucht und was funktioniert ohne Strom oder Leitungswasser? Ein Vorrat und ein besprochener Plan helfen bei unterschiedlichen Ereignissen. Sie ersetzen im Ernstfall keine behördlichen Anweisungen.

Mit einem überschaubaren Plan beginnen

Gehen Sie Küche, Bad und Hausapotheke gemeinsam durch. Notieren Sie, was bereits vorhanden ist und was fehlt. Planen Sie schrittweise für 10 bis 14 Tage – diesen Zeitraum empfiehlt der österreichische Zivilschutz für die Haushaltsvorsorge. Kaufen Sie zunächst fehlende Dinge des täglichen Bedarfs und ergänzen Sie den Vorrat bei Ihren üblichen Einkäufen.

Berücksichtigen Sie Lebensmittel, Getränke, Erste-Hilfe-Material, Hygiene, Beleuchtung, sichere Möglichkeiten zum Warmhalten und zur Zubereitung von Mahlzeiten. Auch geeignete Kleidung, ein sicherer Aufenthaltsbereich und ein Notfallplan gehören dazu.

Trinkwasser: Menge, Lagerung und zusätzlicher Bedarf

Wasser hat Vorrang. Der NÖZSV-Bevorratungsfolder nennt für Getränke mindestens 2,5 Liter pro Person und Tag. Als Planungsbeispiel ergeben sich für eine Person und 14 Tage 35 Liter, für zwei Personen 70 Liter. Dazu kommt Wasser für die Zubereitung von Lebensmitteln, Körperpflege und gegebenenfalls Haustiere. Der tatsächliche Bedarf hängt vom Haushalt ab.

  • Verschlossene Trinkwasser- oder Mineralwasserflaschen sind ein einfacher Einstieg. Beachten Sie die Lagerhinweise und Haltbarkeitsangaben auf der Verpackung.
  • Lagern Sie Lebensmittel und Getränke möglichst kühl, trocken und vor Licht geschützt. Halten Sie den Vorrat zugänglich und kontrollieren Sie ihn regelmäßig.
  • Wenn Sie Trinkwasser selbst abfüllen, verwenden Sie dafür geeignete, saubere Behälter. Behälter, in denen Chemikalien aufbewahrt wurden, sind dafür ungeeignet.
  • Halten Sie den Trinkwasservorrat getrennt von Reinigungsmitteln. Nicht trinkbares Wasser darf nicht mit Trinkwasser verwechselt werden.

Bei einer Störung der Trinkwasserversorgung gelten die Hinweise des Wasserversorgers und der Behörden. Ein Vorrat ist keine Zusicherung, dass Leitungswasser bei jeder Störung weiter genutzt werden kann.

Lebensmittel, die zu Ihrem Alltag passen

Bevorraten Sie Lebensmittel, die alle im Haushalt vertragen und tatsächlich essen. Denken Sie an Allergien, besondere Ernährungsbedürfnisse sowie geeignete Nahrung für Babys und ältere oder kranke Personen. Auch Tierfutter gehört auf die Einkaufsliste.

Stellen Sie einen einfachen Speiseplan zusammen: Welche Mahlzeiten sind ohne Kühlschrank, elektrischen Herd oder viel Kochwasser möglich? Ein Beispiel ist Knäckebrot mit haltbarem Aufstrich und Gemüse aus der Dose. Haferflocken mit einem geeigneten haltbaren Getränk können ebenfalls passen. Reis und Nudeln ergänzen den Vorrat, benötigen aber Wasser und eine sichere Kochmöglichkeit.

  • Wählen Sie abwechslungsreiche haltbare Lebensmittel, etwa Getreideprodukte, Hülsenfrüchte, Gemüse- und Obstkonserven sowie passende Proteinquellen und Öle.
  • Planen Sie auch verzehrfertige Produkte ein und legen Sie einen manuellen Dosenöffner dazu.
  • Wählen Sie Packungsgrößen, die Ihr Haushalt nach dem Öffnen rasch aufbrauchen kann. Beachten Sie Hinweise zur Kühlung.
  • Stellen Sie ältere Vorräte nach vorne. Verbrauchen Sie sie im Alltag und ersetzen Sie die entnommenen Mengen.

Richten Sie sich bei der Haltbarkeit nach dem konkreten Produkt. Die Tabellen in Ratgebern sind Beispiele und ersetzen keine Lager- oder Verbrauchshinweise des Herstellers.

Licht, Wärme und Kochen ohne Strom

Halten Sie eine Taschenlampe oder batteriebetriebene LED-Leuchte mit passenden Reservebatterien griffbereit. Prüfen Sie, ob sie funktioniert und ob alle Haushaltsmitglieder wissen, wo sie liegt. Warme Kleidung und Decken helfen, wenn die Heizung ausfällt.

Planen Sie zunächst Mahlzeiten, die ohne Erhitzen auskommen. Wer eine alternative Koch- oder Heizquelle vorsieht, muss vorab deren Eignung, Bedienung und sichere Aufstellung klären. Im Innenraum dürfen nur ausdrücklich dafür zugelassene Geräte entsprechend ihrer Anleitung verwendet werden.

Keine improvisierte Feuerstelle im Wohnraum: Holzkohlegrills gehören niemals in Innenräume oder Garagen. Für draußen bestimmte Campingkocher und Grills dürfen nicht innen betrieben werden. Verbrennung kann lebensgefährliches Kohlenmonoxid erzeugen; das Gas ist nicht zu sehen oder zu riechen. Verbrennungsmotoren und Stromaggregate dürfen nicht in geschlossenen Räumen laufen. Eine Einspeisung von Notstrom in die Hausinstallation gehört in die Hände von Fachleuten.

Information und Absprachen

Ein netzunabhängiges Radio mit Batterien oder Kurbelantrieb hilft, Informationen auch bei Ausfällen zu empfangen. Prüfen Sie den Empfang und legen Sie passende Batterien bereit. Eine geladene Powerbank kann ein Mobiltelefon versorgen; sie garantiert jedoch keine funktionierende Telefon- oder Internetverbindung.

Schreiben Sie wichtige Telefonnummern auf Papier auf. Besprechen Sie einen Treffpunkt und wer Kinder oder Angehörige abholt, falls Sie einander telefonisch nicht erreichen. Vereinbaren Sie mit Nachbarinnen und Nachbarn, wer Unterstützung braucht und wer helfen kann. Bei einer Warnung folgen Sie den aktuellen Anweisungen der Behörden und den Informationen des ORF.

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Hygiene, Toilette und Abfälle

Bevorraten Sie die tatsächlich verwendeten Hygieneartikel: Seife, Zahnbürsten und Zahnpasta, Toilettenpapier, gegebenenfalls Menstruationsartikel, Windeln und Pflegebedarf. Planen Sie Wasser zur Körperpflege zusätzlich zum Getränkevorrat ein. Reinigungsmittel bleiben in ihren beschrifteten Originalbehältern und außerhalb der Reichweite von Kindern.

Wenn Wasser und Toilettenspülung ausfallen, braucht es eine vorbereitete Alternative. Geeignete Nottoilettenbeutel und ausreichend stabile Müllsäcke können helfen. Besprechen Sie vorab die Aufbewahrung von Abfällen und beachten Sie im Ereignisfall die örtlichen Entsorgungshinweise.

Hausapotheke und persönliche Bedürfnisse

Kontrollieren Sie Verbandmaterial, Pflaster, sterile Wundauflagen, Einmalhandschuhe, Schere und Fieberthermometer. Ergänzen Sie fehlendes oder abgelaufenes Material. Medikamente werden nach ihren Lagerhinweisen aufbewahrt und für Kinder unzugänglich gehalten.

Wer regelmäßig Medikamente benötigt, klärt den geeigneten Vorrat und die Versorgung mit Ärztin, Arzt oder Apotheke. Für kühlpflichtige Medikamente und elektrisch betriebene medizinische Hilfsmittel ist ein individuell abgestimmter Ausfallplan nötig. Ändern Sie die verordnete Anwendung nicht eigenständig. Diese Vorsorgeinformation enthält keine Behandlungsempfehlungen oder Dosierungen.

Denken Sie auch an Brillen, Hörgerätebatterien, Mobilitätshilfen und besonderen Pflegebedarf. Beziehen Sie die betroffenen Personen in den Plan ein und legen Sie fest, wer im Notfall unterstützt.

Dokumente und Notfallgepäck

Bewahren Sie wichtige Dokumente geordnet und griffbereit auf: etwa Ausweise, Versicherungsunterlagen, wichtige Urkunden und persönliche Kontaktlisten. Ein Notfallrucksack mit benötigten Medikamenten, Kleidung, Hygieneartikeln, Taschenlampe, Dokumenten und etwas Proviant hilft, wenn Sie das Zuhause verlassen müssen. Legen Sie fest, wo er bereitsteht.

Machen Sie sich mit Strom-Hauptschalter und den Absperrvorrichtungen für Gas und Wasser vertraut. Lassen Sie sich die richtige Bedienung bei Unsicherheit von Fachleuten erklären.

Checkliste für Ihren Haushalt

  • Personen, besondere Bedürfnisse und Haustiere im Plan berücksichtigt.
  • Getränke- und Lebensmittelvorrat für den geplanten Zeitraum vorhanden.
  • Manueller Dosenöffner, Taschenlampe, Radio und passende Batterien funktionsfähig.
  • Sichere Alternative für Mahlzeiten und Wärme geklärt.
  • Hygiene-, Sanitär- und Abfallbedarf vorbereitet.
  • Erste-Hilfe-Material und persönliche Medikamente kontrolliert.
  • Telefonliste, Treffpunkt und Unterstützung für Angehörige besprochen.
  • Dokumente und Notfallgepäck griffbereit.
  • Entnommene Vorräte ergänzt; nächste Kontrolle im Kalender vermerkt.

Prüfen Sie den Vorrat regelmäßig und nach Veränderungen im Haushalt. Der jährliche Zivilschutz-Probealarm am ersten Samstag im Oktober ist ein guter Anlass für eine gemeinsame Kontrolle.

Ratgeber und Checklisten zum Mitnehmen

Diese Originalunterlagen stehen lokal als PDF bereit. Nutzen Sie die Checklisten für Ihre eigene Bestandsaufnahme.

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