Aus Niederösterreich

Militärkommando Niederösterreich und Niederösterreichischer Zivilschutzverband vertiefen Zusammenarbeit

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St. Pölten, 9. März 2026 – Das Militärkommando Niederösterreich und der Niederösterreichische Zivilschutzverband haben heute eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet, um ihre Zusammenarbeit im Bereich der Krisenvorsorge, der Katastrophenprävention und der Öffentlichkeitsarbeit weiter zu vertiefen. Die Vereinbarung wurde im Rahmen einer Pressekonferenz in St. Pölten von Militärkommandant Georg Härtinger und dem Präsidenten des Zivilschutzverbandes LAbg. Bgm. Christoph Kainz unterzeichnet.

Ziel der Kooperation ist es, den Know-how-Austausch zu intensivieren, die Präventionsarbeit zu stärken sowie gemeinsame Informations- und Kommunikationsmaßnahmen auszubauen. Zudem soll durch eine institutionalisierte Zusammenarbeit sichergestellt werden, dass beide Organisationen im Bedarfsfall noch effizienter zusammenarbeiten können.

Sicherheit durch Zusammenarbeit

Militärkommandant Brigadier Georg Härtinger betonte bei der Pressekonferenz die zunehmenden Herausforderungen für die Sicherheitsorganisationen:

„Wir stehen heute vor einer Vielzahl neuer Bedrohungen und Herausforderungen. Mit dem Aufbauplan 2032+ und unserer Mission Vorwärts investieren wir gezielt in Personal, Gerät und Infrastruktur. Jede Verbesserung unserer militärischen Fähigkeiten stärkt gleichzeitig unsere Fähigkeit, im Assistenzeinsatz rasch und wirksam zu helfen.“

Neue Ausrüstung wie moderne Hubschrauber, Funkgeräte, Lkw oder Aufklärungsdrohnen würden nicht nur die militärische Leistungsfähigkeit steigern, sondern auch einen großen Mehrwert bei Katastrophen- und Assistenzeinsätzen bieten.

Das Bundesheer wird regelmäßig zur Unterstützung angefordert – etwa bei Schneekatastrophen, während der COVID-19-Pandemie, beim Waldbrand in Hirschwang oder bei Hochwasserlagen.

Erfahrungen aus der Praxis

Ausgangspunkt für die nun formalisierte Zusammenarbeit waren gemeinsame Erfahrungen während der Hochwasserkatastrophe 2024. Dabei unterstützte das Militärkommando Niederösterreich die Initiative „Füreinander Niederösterreich“ des Zivilschutzverbandes unter anderem durch Transport- und Logistikleistungen für freiwillige Helferinnen und Helfer.

Auch in anderen Situationen arbeiteten beide Organisationen bereits erfolgreich zusammen – etwa bei der Sammlung und dem Transport von Hilfsgütern nach Moldawien zu Beginn der Ukrainekrise.

„Die Zusammenarbeit innerhalb der Sicherheitsfamilie ist besonders wichtig“, so Härtinger. „Mit dieser Kooperationsvereinbarung setzen wir einen wichtigen Schritt für eine noch bessere Abstimmung.“

Füreinander Niederösterreich

„Füreinander Niederösterreich“ wurde ursprünglich während der Corona-Krise ins Leben gerufen und hat sich seither in zahlreichen Krisensituationen bewährt – von der Sammlung und dem Transport von Hilfsgütern zu Beginn der Ukraine-Krise über die Unterstützung bei Unwettern bis zu Hilfeleistungen nach Naturkatastrophen. Zuletzt zeigte sich die Schlagkraft der Initiative beim Hochwasser im September 2024: Innerhalb von 72 Stunden leisteten 210 freiwillige Helfer:innen über 2.750 Einsatzstunden in fünf Gemeinden. Dabei führten Aufräumarbeiten durch, schaufelten Schlamm und entsorgten Schutt– professionell, strukturiert und mit großer Menschlichkeit.

Im Ernstfall sorgt der NÖZSV dafür, dass freiwillige Helfer:innen gezielt in den Einsatz gebracht, vor Ort verpflegt und nach dem Einsatz wieder sicher zurückgebracht werden. Durch klar definierte Führungsstrukturen – von der Gemeindeebene bis zur Landeseinsatzleitung – ist eine rasche und koordinierte Hilfe sichergestellt.

Die Initiative ist keine zusätzliche Einsatzorganisation. Sie setzt dort an, wo die Blaulichtorganisationen ihren Einsatz beenden oder keine Kapazitäten mehr haben. Sie entlastet damit nicht nur bestehende Einsatzorganisationen, sondern schließt auch gezielt Versorgungslücken nach Großschadensereignissen. Ob Aufräumen, Möbeltragen, Botendienste oder Infoarbeit – im Sinne einer „professionellen Nachbarschaftshilfe“ zählt jede helfende Hand. Ab 16 Jahren kann jede:r mitmachen, Vorkenntnisse sind keine Voraussetzung. Ein freiwilliger Grundlehrgang vermittelt Basiswissen, für Führungsfunktionen gibt es ein modular aufgebautes Ausbildungsprogramm.

Stärkung der Vorsorge in Niederösterreich

Der Präsident des Niederösterreichischen Zivilschutzverbandes, LAbg. Bgm. Christoph Kainz, unterstrich die Bedeutung der Präventionsarbeit:

„Der Niederösterreichische Zivilschutzverband verfolgt seit Jahrzehnten ein klares Ziel: die Menschen bestmöglich auf Krisen vorzubereiten. Krisen kommen oft ohne Vorwarnung – aber wir können vorbereitet sein.“

Der Verband informiert über Themen wie Blackout-Vorsorge, Selbstschutz bei Naturkatastrophen und Notfallplanung für Haushalte und Gemeinden. Zudem unterstützt er Gemeinden bei der Erstellung von Krisenplänen und begleitet Übungen sowie Informationsmaßnahmen für die Bevölkerung.

Mit der Initiative „Füreinander Niederösterreich“ organisiert der Zivilschutzverband außerdem strukturierte Nachbarschaftshilfe nach Katastrophen. Freiwillige helfen dort, wo nach dem Ende der akuten Einsatzphase der Blaulichtorganisationen Unterstützung benötigt wird.

Konkrete Inhalte der Kooperation

Die neue Vereinbarung umfasst unter anderem:

• fachliche Mitwirkung des Zivilschutzverbandes bei Kaderschulungen des Militärkommandos

• gegenseitige Unterstützung bei Schulungen, Übungen und Informationsveranstaltungen

• abgestimmte Öffentlichkeitsarbeit und gemeinsame Bewusstseinsbildung für Eigenvorsorge

• Unterstützung der Initiative „Füreinander Niederösterreich“ durch das Militärkommando

• Einrichtung einer gemeinsamen Arbeitsgruppe zur Weiterentwicklung der Zusammenarbeit

Beitrag zur Resilienz des Bundeslandes

„Sicherheit ist keine Einzelaufgabe – sie ist eine gesamtgesellschaftliche Verantwortung“, betonte Kainz abschließend. „Mit dieser Kooperationsvereinbarung stärken wir nicht nur zwei Organisationen, sondern die Resilienz unseres gesamten Bundeslandes.“

Die Vereinbarung trat mit der Unterzeichnung in Kraft und gilt auf unbestimmte Zeit.

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