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Lebensrettende Sofortmaßnahmen |
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Lebensrettende
Sofortmaßnahmen
Bei jedem Unfall oder im Katastrophenfall kann es zu lebensbedrohlichen Verletzungen
oder Erkrankungen kommen. Um in so einer Situation den Betroffenen richtig helfen zu
können sind umfangreiche Erste-Hilfe-Kenntnisse notwendig. Bei Unglücksfällen zu helfen
ist nicht nur eine moralische, sondern auch eine gesetzliche Pflicht.
Die Rettungskette
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1. Lebensrettende Sofortmaßnahmen |
| 2. Notruf |
| 3. Weitere erste Hilfe |
| 4. Sanitätshilfe und Transport |
| 5. Ärztliche Behandlung |
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Lebensrettende Sofortmaßnahmen
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Der Ablauf der Hilfeleistungen etwa nach einem Unfall kann wie eine Kette gesehen werden, die aus fünf Gliedern besteht. Die einzelnen Maßnahmen greifen wie Kettenglieder ineinander und dienen dem Ziel, einem Betroffenen bereits am Unfallort die notwendige Hilfe zu leisten und sicherzustellen, dass er innerhalb kürzester Zeit in ärztliche Behandlung gelangt.
Der Ersthelfer wird im Bereich der ersten drei Glieder der Kette tätig.
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Absichern
Bei Verkehrsunfällen ist die Unfallstelle durch Aufstellen eines Pannendreiecks
anzuzeigen.
Im Ortsgebiet: mind. 50 m.
Auf Freilandstrassen: ca. 100-150 m (bei 100 km/h).
Auf Autobahnen:
ca. 200-250 m (bei 130 km/h).
Zusätzliche Warneinrichtungen: Warnblinkanlage, Warnleuchte

Lebensrettende Basismaßnahmen für Erwachsene entsprechen der ERC-Richtlinien 2005
Die lebensrettenden Basismaßnahmen (Basic Life Support, BLS) beziehen sich auf die Aufrechterhaltung freier Atemwege sowie die Unterstützung von Atmung und Kreislauf ohne Gebrauch von Ausrüstung, abgesehen von schützenden Hilfsmitteln.
Da das Gehirn ohne Sauerstoff nur kurze Zeit überleben kann, führt Sauerstoffmangel schon nach wenigen Minuten zum Kreislaufstillstand und innerhalb kurzer Zeit zum Tod.
Jährlich sterben in Österreich ca. 13.000 Menschen an einem Herzstillstand. Mehr als die Hälfte könnte durch sofortiges Handeln gerettet werden. Das ist auch einer der Gründe, warum der Europäische Wiederbelebungsrat (European Resuscitation Council, ERC) im
November 2005 neue Richtlinien für den gesamten Bereich der Wiederbelebung veröffentlichte. Einerseits galt es, die Lehrmethode an den neuesten Wissenstand anzugleichen, andererseits für Laien den Zugang zu Erster Hilfe zu vereinfachen.
Anhand von theoretischen und praktischen Modellen wurde ermittelt, dass mehr Brustkorbkompressionen von Vorteil sind: 30 Kompressionen : 2 Beatmungen ergeben ein Optimum zwischen Sauerstoff-Zufuhr und Blutfluss.
Das Verhältnis 30:2 gilt sowohl für Erwachsene als auch für Kinder (außer für Neugeborene), und sollte somit für jeden einfacher zu lernen und merken sein.
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Die lebensrettenden Basismaßnahmen - Basic Life Support (BLS) besteht aus dem folgenden Handlungsablauf: |
- Vergewissern Sie sich, dass Patient und Anwesende nicht gefährdet sind.
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Liegt eine Gefahrenzone vor, d.h. besteht Gefahr für den
Verunglückten und den Helfer (z.B. Brand-, Explosions- oder Einsturzgefahr, bei
Verkehrsunfällen Gefahr von weiteren Unfällen), dann ist der Verunglückte rasch
und schonend aus dem Gefahrenbereich durch WEGZIEHEN oder WEGTRAGEN zu bergen. Die Bergung
aus einem Fahrzeug erfolgt am besten mit dem RAUTEK-GRIFF.
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- Prüfen Sie, ob der Patient reagiert.

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Schütteln Sie ihn leicht an den Schultern und fragen Sie laut: "Ist alles in
Ordnung?"
Wenn er reagiert:
- lassen Sie ihn in der Lage, in der Sie ihn vorgefunden haben, vorausgesetzt, dass keine weitere Gefahr besteht, versuchen Sie herauszufinden, was mit ihm los ist, und holen Sie Hilfe,
- falls erforderlich, überprüfen Sie ihn erneut regelmäßig.
Wenn er nicht reagiert:
- rufen Sie um Hilfe,
- drehen Sie den Patienten auf den Rücken und machen Sie dann den Atemweg durch Überstrecken des Halses und Anheben des Kinns frei,
- legen Sie Ihre Hand auf seine Stirn und ziehen Sie seinen Kopf leicht nach hinten, wobei Ihr Daumen und Zeigefinger frei bleiben sollten, um seine Nase verschließen zu können, falls eine künstliche Beatmung erforderlich wird,
- heben Sie mit Ihren Fingerspitzen das Kinn des Patienten an, um den Atemweg freizumachen.
Während Sie den Atemweg offen halten, sehen, hören und fühlen Sie nach normaler Atmung
- sehen Sie nach Bewegungen des Brustkorbs,
- hören Sie am Mund des Patienten nach Atemgeräuschen,
- fühlen Sie nach einem Luftstrom an Ihrer Wange.
Während der ersten wenigen Minuten nach einem Kreislaufstillstand ist es möglich, dass ein Patient kaum atmet oder nur vereinzelte, geräuschvolle Atemzüge macht. Verwechseln Sie dies nicht mit normaler Atmung.
Sehen, hören und fühlen Sie nicht länger als 10 Sekunden, um festzustellen, ob der Patient normal atmet. Wenn Sie irgend welche Zweifel haben, ob die Atmung normal ist, dann handeln Sie so, als sei sie nicht normal.
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| Falls der Patient normal atmet: |
Wenn die Atmung des Patienten normal ist, das heißt, wenn innerhalb der 10 Sekunden 2-3 Atemzüge deutlich hörbar sind:
- bringen Sie ihn in die stabile Seitenlage,
- schicken Sie jemanden oder gehen Sie selbst, um Hilfe zu holen oder den Rettungsdienst zu alarmieren,
- prüfen Sie auf kontinuierliche Atmung.
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Wenn keine normale Atmung
feststellbar ist:
(auch im Zweifelsfall):

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- schicken Sie jemanden um Hilfe oder, falls Sie allein sind, verlassen Sie den Patienten und alarmieren Sie den Rettungsdienst,
- gehen Sie zurück und beginnen Sie wie folgt mit der
Herzdruckmassage,
- knien Sie seitlich am Patienten,
- legen Sie den Ballen einer Hand auf die Mitte der Brust des Patienten,
- legen Sie den Ballen Ihrer anderen Hand auf die erste Hand,
- verschränken Sie die Finger Ihrer Hände und vergewissern Sie sich, dass der Druck nicht auf die Rippen des Patienten ausgeübt wird, üben Sie keinerlei Druck auf den Oberbauch oder das untere Ende des Brustbeins aus,
- bringen Sie sich senkrecht über den Brustkorb des Opfers und drücken Sie mit gestreckten Armen das Brustbein um 4-5 cm nach unten,
- entlasten Sie nach jeder Kompression den ganzen Druck auf den Brustkorb, ohne den Kontakt zwischen Ihren Händen und dem Brustbein zu verlieren, wiederholen Sie dies mit einer Rate von rund 100x pro Minute (etwas weniger als 2
Kompressionen je Sekunde),
- Druck und Entlastung sollten gleich lang sein.
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| Kombinieren Sie die Herzdruckmassage mit künstlicher Beatmung:
30:2 - 30:2 - 30:2 usw.

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- Machen Sie nach 30 Kompressionen wieder den Atemweg durch Überstrecken des Halses und Anheben des Kinns frei,
- verschließen Sie mit Daumen und Zeigefinger Ihrer auf der Stirn liegenden Hand die Nase,
- erlauben Sie, dass sich der Mund öffnet, aber heben Sie weiterhin das Kinn an,
- atmen Sie normal ein und legen Sie Ihre Lippen um den Mund des Patienten, wobei auf eine gute Abdichtung zu achten ist,
- blasen Sie gleichmäßig in den Mund, achten Sie während dessen darauf, dass sich der Brustkorb wie bei der normalen Atmung in rund einer Sekunde hebt, dies ist eine effektive künstliche Beatmung,
- während Sie den Hals überstreckt und das Kinn angehoben halten, nehmen Sie Ihren Mund von dem des Patienten und beobachten Sie,
wie sich der Brustkorb bei Entweichen der Luft senkt,
- atmen Sie erneut normal ein und blasen Sie noch ein mal in den Mund des Patienten, um insgesamt
2 effektive Beatmungen zu erzielen,
- Legen Sie dann ohne Verzögerung Ihre Hände auf die korrekte Stelle auf dem Brustbein und führen Sie weitere
30 Thoraxkompressionen durch,
- fahren Sie mit Thoraxkompressionen und Beatmungen im Verhältnis von
30:2 fort,
- unterbrechen Sie nur, um den Patienten erneut zu untersuchen, falls er wieder normal zu atmen beginnt, unterbrechen Sie ansonsten die Reanimation nicht.
Falls sich bei Ihrer ersten Beatmung der Brustkorb nicht wie bei einer normalen Atmung anhebt, gehen Sie vor dem nächsten Versuch folgendermaßen vor:
- überprüfen Sie den Mund des Patienten und entfernen Sie mögliche Behinderungen,
- vergewissern Sie sich, dass der Hals ausreichend überstreckt und das Kinn angehoben ist,
- führen Sie jedes Mal höchstens 5 Beatmungsversuche durch, bevor Sie wieder die Herzdruckmassage
aufnehmen,
- Falls mehr als ein Helfer anwesend ist, sollte man sich alle 1-2 min in der Reanimation abwechseln, um Ermüdungen vorzubeugen. Stellen Sie sicher, dass es beim Helferwechsel nur zu minimaler Verzögerung kommt.
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| Eine Reanimation mit ausschließlicher Herzdruckmassage kann wie folgt durchgeführt werden:

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- Falls Sie nicht in der Lage oder nicht willens sind, eine künstliche Beatmung durchzuführen, dann wenden Sie nur die Herzdruckmassage an.
- Bei ausschließlicher Herzdruckmassage sollten die Kompressionen kontinuierlich mit einer Frequenz von 100 pro Minute
erfolgen,
- Unterbrechen Sie die Maßnahmen nur, um den Patienten erneut zu untersuchen, ob er wieder normal zu atmen beginnt. Anderenfalls unterbrechen Sie die Reanimation
nicht,
Fahren Sie mit der Reanimation fort, bis:
- qualifizierte Hilfe eintrifft und den Patienten übernimmt,
- der Patient normal zu atmen beginnt,
- Sie erschöpft sind.
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Blutstillung
Wenn Blut aus einer Wunde spritzt oder im Schwall austritt, spricht man von einer STARKEN
BLUTUNG.
Wird diese Blutung nicht rechtzeitig gestillt, kann es unter dem Anzeichen eines
schweren Schockzustandes (=Kreislaufversagen) zum Tod kommen.
Die Blutstillung erfolgt durch Fingerdruck, d.h. - keimfreie Wundauflage auf die stark
blutende Wunde pressen - oder durch Anlegen eines Druckverbandes.

Schockbekämpfung
Bei Störungen der lebenswichtigen Funktionen z.B. durch starken Blutverlust, schwere
Verletzungen oder Verbrennungen kann es zum SCHOCK kommen, der lebensbedrohend
sein kann. Sofortmaßnahmen je nach Art der Verletzung:
Blutstillung, Schmerzlinderung, richtige Lagerung, Zudecken des Verletzten.

Der Ersthelfer
Der Ersthelfer muss schnell und richtig erkennen, was geschehen ist, muss überlegen, welche Gefahr droht, und muss zielstrebig - unter Berücksichtigung der jeweiligen Situation - handeln.
Er darf keine Maßnahmen ergreifen, die Ärzten, Krankenpflegepersonal und Sanitätern vorbehalten sind. Dazu gehört auch die Verabreichung von Medikamenten.
Nach der Hilfeleistung gibt der Ersthelfer immer den Rat, einen Arzt aufzusuchen.

Richtige Erste-Hilfeleistung kann man nicht durch Lesen erlernen. Wer
verantwortungsbewusst ist, besucht daher einen Erste-Hilfe-Kurs oder zumindest einen
Lehrgang über "Lebensrettende Sofortmaßnahmen".
Um die notwendige Sicherheit bei der Anwendung der Erste-Hilfe-Maßnahmen zu haben,
sollten Sie Ihre Kenntnisse regelmäßig auffrischen.
Die NÖ Rettungsorganisationen bieten ihre Erste-Hilfe Ausbildungen bereits nach den neuen Richtlinien an.
Wir meinen durch die umfangreichen Änderungen bei der Ersten-Hilfe sollte jeder sein Wissen auffrischen und neuerlich einen Erste-Hilfe-Kurs besuchen.
Aktuelle Informationen über Erste-Hilfe-Kurse finden Sie unter:
www.samariterbund.net/noe und
www.n.roteskreuz.at
Die neuen Richtlinien können unter: www.erc.edu heruntergeladen werden.

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