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Schutz für das Gebäudeinnere

Die richtige Wahl der Baustoffe ist für die Begrenzung von Hochwasserschäden wesentlich. Besteht die Möglichkeit, dass im Hochwasserfall Wasser ins Gebäude eindringt, sind bevorzugt wasserbeständige beziehungsweise unempfindliche und möglichst hohlraumarme Baustoffe zu verwenden. Stark wasseraufnahmefähige Materialien sind zu vermeiden. 

In Tabelle 1 sind die gängigen Baumaterialien zusammengefasst und qualitativ im Hinblick auf ihre energiearme Trocknungsmöglichkeit und Wasserempfindlichkeit beurteilt.

 

Tabelle 1: Wasserbeständige Baustoffe

Baustoff Beispiel Wasserempfindlichkeit Legende
Baustoffe auf Gipsbasis Spachtelgips, Stuckgips ungeignet.GIF (149 Byte)
geeignet.GIF (70 Byte) gut geeignet
(nicht oder
nur gering wasserempfindlich)
geeignet.GIF (70 Byte)ungeignet.GIF (149 Byte) mäßig geeignet
(bedingt wasser-
empfindlich)
ungeignet.GIF (149 Byte) ungeeignet
(stark wasser-
empfindlich bzw. * hoher Trocknungsaufwand)
Gipskartonplatten ungeignet.GIF (149 Byte)
Putzgipse ungeignet.GIF (149 Byte)
Baustoffe auf Kalkbasis

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Kalksandsteine geeignet.GIF (70 Byte)
Mörtel, Putz' geeignet.GIF (70 Byte)
Beton geeignet.GIF (70 Byte)
Mauersteine, Pflaster geeignet.GIF (70 Byte)
Estrich geeignet.GIF (70 Byte)
Porenbeton (Gasbeton) ungeignet.GIF (149 Byte)*
Mantelbeton geeignet.GIF (70 Byte)
Leichtbeton geeignet.GIF (70 Byte)
Gebrannte Baustoffe Vollziegel geeignet.GIF (70 Byte)
Hochlochziegel geeignet.GIF (70 Byte)ungeignet.GIF (149 Byte)
Klinker geeignet.GIF (70 Byte)
Steinzeugwaren geeignet.GIF (70 Byte)
Steingutwaren geeignet.GIF (70 Byte)ungeignet.GIF (149 Byte)
Baustoffe aus Holz

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Balken geeignet.GIF (70 Byte)ungeignet.GIF (149 Byte)
Bretter ungeignet.GIF (149 Byte)
Spanplatten ungeignet.GIF (149 Byte)
Holzwolleleichtbauplatten ungeignet.GIF (149 Byte)
Parkett ungeignet.GIF (149 Byte)
Baustoffe aus Bitumen Dichtungsbahnen geeignet.GIF (70 Byte)
Anstriche geeignet.GIF (70 Byte)
Baustoffe aus Metall Stahlträger geeignet.GIF (70 Byte)
Kupfer- / Zinkbleche geeignet.GIF (70 Byte)
NiRo-Bleche geeignet.GIF (70 Byte)
Baustoffe aus Kunststoff Plastomere
(z.B. Polyethylen, Polystyrol)
geeignet.GIF (70 Byte)ungeignet.GIF (149 Byte)
Duromere
(z.B. Polyester, Epoxidharz)
geeignet.GIF (70 Byte)ungeignet.GIF (149 Byte)
Elastomere
(z.B. Nitril-Kautschuk)
geeignet.GIF (70 Byte)ungeignet.GIF (149 Byte)

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Der Tabelle 2 kann eine Zusammenstellung der im Rahmen des Gebäudeausbaues häufig verwendeten Baustoffe, nach den Verwendungsbereichen gegliedert in die Kategorien wasserbeständig beziehungsweise nicht wasserbeständig, entnommen werden.

Tabelle 2: Verwendungsbereich für Baustoffe
Verwendungsbereich Ungeeignete Baustoffe
(nicht wasserbeständig)
Geeignete Baustoffe
(wasserbeständig)
Außenwandbekleidungen Holzplatten
Thermohaut-Verbundsystem
Mineralische Putze auf Basis von
Zement bzw. hydraulischen Kalken
Kunstharz Putze
Faserzementplatten.
Wände Gipsplatten
Holzwände 
 
Beton/Leichtbeton
herkömmliche Stein auf Steinbauweise (Kalksandstein, Ziegel etc.)
Glasbausteine.
Fenster/Türen

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Holz (unversiegelt) Holz (versiegelt)
Kunststoff
Aluminium
Innenwandbekleidungen Gipsputz
Gipskartonplatten
Tapeten
Holzverkleidungen
Korkverkleidungen
Mineralische Putze auf Basis von
Zement bzw. hydraulischen Kalken
Wandfließen 
Klinker
Bodenbeläge Parkett
Textile Beläge
Linoleum
Kork
Holzpflaster
Beton
Estrich
Fließen
Gussasphalt
Wärmedämmung Faserdämmstoffe  

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Um den Reinigungs- bzw. Reparaturaufwand zu minimieren soll bei der Materialwahl speziell auf die Erneuerbarkeit beziehungsweise Wiederherstellbarkeit nach Überschwemmungen geachtet werden. Ein wesentliches Kriterium für die Auswahl ist die rasche, energiearme Trocknungsmöglichkeit. Darüber hinaus sollten Wasserdampfsperren (zum Beispiel reiner Zementputz) und saugende Materialien (zum Beispiel Teppichböden, Dämmstoffe aus Mineralwolle) vermieden werden. Zu bevorzugen sind Wandbekleidungen wie mineralische Putze auf Basis von Zement oder hydraulischem Kalk, da wasserabweisende und wasserdampfdurchlässige Materialien die Austrocknung des Mauerwerkes begünstigen und die Gefahr der Schimmelbildung verringern.

Hochwassersichere Installationen und Heizungsanlagen

Heizungsanlagen sollten ebenso wie wichtige elektrische Installationen, wie zum Beispiel Stromverteilerkästen, in den Obergeschossen hochwassersicher installiert werden. In von Hochwasser betroffenen Bereichen (Keller, Erdgeschoss) sollten darüber hinaus auch untergeordnete elektrische Installationen möglichst hoch über dem Fußboden angebracht werden. Die betreffenden Stromkreisläufe müssen getrennt abschaltbar bzw. gesichert sein. In hochwassergefährdeten Gebieten sollte auf Ölheizungsanlagen grundsätzlich verzichtet werden. Das Auslaufen von Öl infolge von undichten Stellen im Heizungssystem oder am Heizöltank kann zu nachhaltigen Beschädigungen des Gebäudes sowie der Inneneinrichtung führen.

Darüber hinaus besteht die Gefahr, dass austretendes Öl erhebliche Verunreinigungen ober- und unterirdischer Gewässer verursachen kann.
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Ist eine Umstellung auf andere Energieträger nicht möglich, ist der Tank zusammen mit allen Anschlüssen und Öffnungen (Öleinfüllstutzen, Belüftung) so abzusichern, dass von außen kein Wasser eindringen kann.

Weiters ist der Tank durch geeignete Halterungen gegen Aufschwimmen zu sichern. Der "kritische Lastfall" für die Bemessung des Tanks im Hinblick auf das Aufschwimmen bildet der nicht gefüllte Tank. Für die Bemessung der Halterungen gegenüber Auftrieb ist daher vom leeren Tank auszugehen.

Schutz der Inneneinrichtung

Grundsätzlich sollten höherwertige Nutzungen, die durch Hochwässer beschädigt werden könnten, nur in hochwasserfreien Geschossen erfolgen. In den von Hochwasser betroffenen Gebäudebereichen sollten nur wasserunempfindliche Einrichtungsgegenstände verwendet werden, die ausreichend mobil sind (Kleinmöbel) und im Hochwasserfall in Sicherheit gebracht werden können. Vorbeugend ermöglicht daher die ausreichende Berücksichtigung von entsprechend dimensionierten Toren und Stiegenhäusern im Zuge der Planung von Gebäuden eine Optimierung der Räumung möglicherweise von Hochwässern betroffener Geschosse.

Sperrige oder fest installierte Einrichtungsgegenstände (Einbauküchen, -kästen, Saunen oder ähnliches) sind zu vermeiden. Da diese im Hochwasserfall nicht in Sicherheit gebracht werden können, wären erhebliche Schäden zu erwarten.

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