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Chemieunfall - Gefahrenquellen |
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Mögliche Gefahrenquellen
für Chemiekatastrophen
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| Gefährliche Stoffe sind in unserer heutigen Industriegesellschaft sehr häufig
anzutreffen. Oft treten sie dort auf, wo man deren Existenz nicht vermuten würde, oft
wird aber auch die Gefährlichkeit bekannter Standorte nicht richtig eingeschätzt. |
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Kurzen Überblick über möglichen Gefahrenquellen:
Betriebe
Gefährliche Stoffe werden nicht nur von Betrieben der Chemieindustrie sondern auch von
zahlreichen anderen Betrieben verwendet, verarbeitet und gelagert. Trotz umfangreicher
betrieblicher Sicherheitsvorkehrungen kann es zu Störfällen kommen, bei denen solche
Stoffe freigesetzt werden. Diese Stoffe können sich bei Unfällen bzw. Zwischenfällen
auch über die Betriebsgrenzen hinaus ausbreiten und so eine Gefahrenquelle für Mensch
und Umwelt in der Umgebung des Betriebes darstellen.

Transporte
Auf Österreichs Straßen rollen jährlich etwa 35 Millionen Tonnen gefährlicher
Güter. Diese Summe entspricht etwa 15% des gesamten Transportvolumens. Bei einer
durchschnittlichen Tankwagenladung von 20 Tonnen ergibt dies 1,7 Millionen
LKW-Gefahrenguttransporte pro Jahr. Jährlich finden bei etwa 15 bis 25 dieser Transporte
auch schwere Unfälle statt.
Zusätzlich zu den Straßentransporten werden jährlich rund 7,5 Millionen Tonnen
Gefahrengüter mit der Bahn transportiert. Das entspricht etwa 130.000 Bahnwaggons pro
Jahr.
Ein sehr wesentlicher Aspekt bei Transportunfällen ist, dass kaum vorsorgliche
Planungen möglich sind, da alle entscheidenden Parameter wie Unfallort, Umgebung,
Stoffart und freigesetzte Menge nicht vorhersehbar sind. Dadurch erhöht sich auch das
Risiko für die entlang solcher Routen wohnende Bevölkerung erheblich.
Hausanlagen
Bei Hausanlagen gehen die Gefahren in erster Linie von Flüssiggastanks aus, die mit
Propangas oder Butangas gefüllt sind. Die meisten Tanks haben ein Fassungsvermögen von
5.000 Litern. Sie dienen zur Lagerung von Brennstoff für Heizanlagen und
Warmwasserbereiter. Bei Gebrechen können große Mengen dieser brennbaren Gase freigesetzt
werden und auch noch in größerer Entfernung zu Bränden und Explosionen führen.
Nicht zu unterschätzen sind auch die bereits fast überall verwendeten Kunststoffe,
die im Brandfall zur Freisetzung giftiger Brandgase führen.

Sport- und Freizeiteinrichtungen
Auch in diesen Bereichen kommen immer größere Mengen an gefährlichen Stoffen zur
Anwendung. Zwei häufige Anwendungsbereiche sind:
- Kälteanlagen
Sie dienen hauptsächlich zur Eiserzeugung auf Kunsteislaufplätzen und bei Bobbahnen. Als
Kältemittel wird dafür sehr oft Ammoniak (giftig, ätzend und brennbar) verwendet. Auch
Kühlhäuser für Lebensmittel arbeiten nach diesem Prinzip.
- Chlorierungsanlagen
Chlor (giftig und ätzend) wird in allen Schwimmbädern zur Wasseraufbereitung verwendet.
Durch das dem Badewasser beigemengte Chlor wird die Ausbreitung von Krankheitserregern
verhindert.
Landwirtschaft
In landwirtschaftlichen Betrieben, insbesondere in Lagerhäusern und bei den
Genossenschaften, lagern große Mengen an Dünge- und Pflanzenschutzmitteln. Im Brandfall
können Zersetzungsprodukte frei werden, die sich dann als "Giftgaswolke"
ausbreiten.
Terror/Chemische Waffen
Das Sarin-Attentat im Jahr 1995 in der U-Bahn von Tokio hat gezeigt, dass auch dieser
Bereich nicht vernachlässigt werden darf. Die Gefährlichkeit von Kampfgasen ist
erschreckend hoch, von Sarin sind beispielsweise bereits wenige Milligramm tödlich. Hinzu
kommt, dass manche Kampfgase oder gefährliche Stoffe relativ einfach hergestellt werden
können, wobei jedoch auch das Risiko für den "Hersteller" relativ hoch ist.
Ziele solcher terroristischen Anschläge können alle Arten von Menschenansammlungen auf
öffentlichen Plätzen, in Bahnhöfen, Flughäfen und bei Veranstaltungen sein.

   
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