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Chemieunfall - in der Industrie |
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Was passiert bei einem
Chemieunfall in der Industrie?
Schwere Unfälle mit gefährlichen Stoffen treten meist in Zusammenhang mit Bränden,
Explosionen oder dem Austritt giftiger Chemikalien auf. Solche Unfälle sind in der Regel
Folgeerscheinungen des Freiwerdens einer gefährlichen Substanz aus einer vermeintlich
sicheren Umschließung.
Typische Auslöseereignisse sind:
Ein Leck in einem Behälter für brennbare Stoffe.
Es kommt zum unkontrollierten Austreten dieses Stoffes und zur Vermischung mit Luft. Die
so entstandene zündfähige Wolke driftet zu einer Zündquelle ab, was zum Brand oder
einer Explosion führt.
Ein Leck in einem Behälter für giftige Substanzen.
Es kommt zur Bildung einer toxischen Gaswolke und ihrer unkontrollierten Ausbreitung in
bewohnte Gebiete außerhalb des Betriebes.
Beim Austreten brennbarer Stoffe ist die Gefahr dann am größten, wenn es sich um
flüchtige Flüssigkeiten oder Gase handelt, die in verhältnismäßig kurzer Zeit in
großer Menge freiwerden und ein zündfähiges Gemisch bilden. Die Gefährlichkeit solcher
explosiven Wolken hängt aber von vielen Faktoren, wie etwa der Windgeschwindigkeit oder
der Konzentration der Gefahrstoffe in der Wolke ab. Gefährdungen für Menschen und
Gebäude entstehen durch Hitzestrahlung und Druck, in bestimmten Ausnahmefällen auch
durch Trümmerflug nach Explosionen. Diese Auswirkungen sind allerdings in den
allermeisten Fällen auf Distanzen von einigen 100 Metern beschränkt. Demgegenüber sind
toxische Gaswolken imstande, die Gesundheit von Menschen in einer weit größeren Distanz
zu gefährden. Theoretisch könnten derartige Wolken - entsprechende Wetterbedingungen
vorausgesetzt - auch noch in einigen Kilometern Entfernung tödliche Konzentrationen
aufweisen.
Die meisten Industrieanlagen können beide beschriebenen Unfallabläufe hervorrufen.
Eine eindeutige Zuordnung zu einer bestimmten Anlagenart ist daher kaum möglich. Auch
Sekundärauswirkungen sind möglich. Beispielsweise kann als Folge einer Explosion ein
nahegelegener Behälter für giftige Substanzen leck werden.
   
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