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- Kaliumjodidtabletten |
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Kaliumjodidtabletten ein
wichtiger Schutz vor radioaktivem Jod
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Radioaktives Jod kann bei einem AKW Unfall einen erheblichen Beitrag zur
Strahlendosis liefern. Dies führt vor allem zu einer Strahlenbelastung der Schilddrüse,
wobei Kinder stärker gefährdet sind als Erwachsene.
Durch die zeitgerechte Einnahme von Kaliumjodidtabletten bei einer
großräumigen Verstrahlung kann die Aufnahme von radioaktivem Jod in die Schilddrüse
verhindert werden und damit ein wesentlicher Beitrag zur Reduktion der Strahlenbelastung
erfolgen.
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Kaliumjodidtabletten sind keine universell wirksamen
"Strahlenschutztabletten". Sie schützen bei zeitgerechter Einnahme nur die
Schilddrüse vor radioaktivem Jod, das durch Atmung oder Nahrung in den Körper gelangt.
Sie schützen nicht gegen andere radioaktive Substanzen und nicht gegen Strahlung, die von
außen auf den Körper einwirkt. Aber gerade die Schilddrüse kann durch radioaktives Jod
eine hohe Dosis bekommen und bedarf daher eines besonderen Schutzes. Zusätzlich
erforderliche Schutzmaßnahmen (z.B. vorübergehender Aufenthalt in geschlossenen Räumen,
Nahrungsmittelkontrolle) werden dadurch keineswegs überflüssig!
Österreich hat das weltweit umfassendste Bevorratungskonzept für die Kaliumjodidprophylaxe. Es basiert auf den Empfehlungen der WHO.
Es werden Kaliumjodid "Lannacher" 65 mg- Tabletten für die Versorgung
der Zielgruppen bevorratet.
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Öffentliche (kostenlose) Bevorratung für die Zielgruppen:
0- bis unter 18-Jährige und Schwangere, Stillende
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Möglichkeit der Eigenversorgung von 18- bis 40-jährigen mit zugelassenen
KJ-Tabletten auf eigene Kosten.
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Kontingent für die Deckung des Bedarfs beim Bundesheer, bei
Einsatzkräften, bei österreichischen Vertretungen im Ausland und für internationale Assistenzen.
Wann sollen Kaliumjodidtabletten eingenommen werden?
Kaliumjodidtabletten dürfen nur auf
ausdrückliche Anordnung der Gesundheitsbehörde eingenommen werden. Eine
vorsorgliche Einnahme ist sinnlos und eventuell sogar schädlich!
Eine
derartige öffentliche Aufforderung ist nur zu erwarten, wenn
Bei geringerer Strahlenbelastung (Interventionsschwelle für Kinder) ergeht die Empfehlung zur Einnahme von Kaliumjodidtabletten zunächst für Kinder und Jugendliche bis unter 18 Jahre.
Erst bei höherer Strahlenbelastung (Interventionsschwelle für junge Erwachsene) wird die Einnahme zusätzlich folgenden Personen empfohlen:18- bis unter 40-jährigen Erwachsenen, einschließlich Schwangeren und Stillenden.
Dieser Empfehlung über Rundfunk und Fernsehen geht ein Alarm mittels Sirenen oder Lautsprecherwagen voraus.
Wie
kommen Sie in Österreich zu den Tabletten?
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Sie
können die Tabletten für Ihr Kind/Ihre Kinder (bis unter 18 Jahre)
kostenlos und formlos in der Apotheke oder beim Hausapotheken führenden
Arzt für die Heimbevorratung abholen. Erwachsene
von 18 bis unter 40 Jahre können die Tabletten in der Apotheke oder beim
Hausapotheken führenden Arzt zu einem geringen Preis kaufen.
Für Personen ab 40 Jahren wird die Kaliumjodidprophylaxe nicht mehr
empfohlen, weil in dieser Altersgruppe fallweise eine Schilddrüsenüberfunktion
auftreten kann und das Risiko für strahlenbedingten Schilddrüsenkrebs hier
sehr gering ist.
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In
Kindergärten, Horten und Schulen wird die erste Tagesdosis Kaliumjodid für
Ihr Kind bereitgehalten. Für Kinder in Kinderheimen oder Internaten liegt
eine komplette Einzelpackung zu 10 Tabletten auf. Damit kann Ihr Kind
rechtzeitig geschützt werden, wenn die Aufforderung zur Tabletteneinnahme während
der Schul- oder Kindergartenzeit erfolgt. Für
die Abgabe der Kaliumjodidtabletten an Ihr Kind im Schul-, Internats-,
Kindergarten-, Hort- und Kinderheimbereich ist das Vorliegen Ihres Einverständnisses
erforderlich.
- Bei Fehlen einer Heimbevorratung (z. B. auch im Urlaub) können Sie
die Tabletten im Katastrophenfall vor Eintreffen der radioaktiven Wolke für
Ihr Kind in der Apotheke, beim Hausapotheken führenden Arzt oder in
öffentlichen Krankenanstalten kostenlos beschaffen, da dort größere Vorräte
gelagert werden.
Wer soll Kaliumjodidtabletten einnehmen?
Die Erfahrungen nach Tschernobyl und bisherige wissenschaftliche Erkenntnisse haben
gezeigt, dass Kinder und Jugendliche durch massive Freisetzungen von radioaktivem Jod
besonders gefährdet sind, an Schilddrüsenkrebs zu erkranken. Daher ist die öffentliche Bevorratungsaktion speziell auf die Zielgruppe der Kinder und
Jugendlichen ausgerichtet. Nur bei sehr hohen Belastungen mit Radiojod wird die Tabletteneinnahme auch
jungen Erwachsenen (18 bis unter 40 Jahre, einschließlich Schwangere und
Stillende) empfohlen.
Personen über 40 Jahre wird von der Verwendung von KJ-Tabletten
abgeraten, da ein sehr geringes Schilddrüsenkrebsrisiko, jedoch ein erhöhtes Risiko von Nebenwirkungen der KJ-Tabletten besteht. Die Einnahme von
KJ-Tabletten
durch diese Altersgruppe ist nur bei extrem hoher Radiojodexposition sinnvoll, wenn
direkte Strahlenschäden der Schilddrüse zu erwarten sind. Dies ist nach den gängigen Szenarien für Kernkraftwerksunfälle
nur in der engsten Umgebung eines Reaktors - und daher nicht in Österreich - zu
erwarten.
Wie werden die Tabletten dosiert bzw. eingenommen (Tagesdosis)?
Die Tabletten bzw. Tablettenteile werden zerdrückt und mit etwas Flüssigkeit, eventuell mit
einer kleinen Mahlzeit, eingenommen. Auf diese Weise können Nebenwirkungen im Magen-Darm-
Bereich vermieden oder abgeschwächt werden. 1 Tablette enthält 65 mg Kaliumjodid; die Tabletten
können bei Bedarf halbiert und geviertelt werden. Bitte beachten Sie die Hinweise
auf dem Beipackzettel!

Dosierung |
| Neugeborene (1. Lebensmonat) |
Einmalig 1/4 Tablette |
Kleinkinder (vom Beginn des
2. Lebensmonats bis unter 3 Jahren) |
1/2 Tablette pro Tag |
| Kinder von 3 bis unter 12 Jahren |
1 Tablette pro Tag |
| Jugendliche von 12 bis unter 18 Jahren |
2 Tabletten pro Tag |
| Schwangere und Stillende |
Einmalig 2 Tabletten |
| Personen von 18 bis unter 40 Jahren |
Einmalig 2 Tabletten |
Nebenwirkungen
Unmittelbar nach der Einnahme von Kaliumjodidtabletten kann eine leichte Reizung der
Magenschleimhaut auftreten, wenn die Tabletten auf nüchternen Magen eingenommen
werden. Einige Stunden nach der Einnahme von Kaliumjodidtabletten können vor allem
Überempfindlichkeitsreaktionen auftreten: Hautrötungen, vorübergehende Rötung des
Gesichts, Verschlechterung bestehender Hauterkrankungen, Jodakne, Entzündungen des
Zahnfleisches, der Bindehaut oder der Nasenschleimhaut (Schnupfen), vermehrte Schleimbildung in den Bronchien.
Kaliumjodid kann Erkrankungen der Schilddrüse auslösen. Wenn einige Tage bis Wochen
nach der Einnahme von Kaliumjodidtabletten bei Ihrem Kind erhöhter Puls oder Schweißausbrüche auftreten, suchen Sie bitte Ihre Ärztin/Ihren Arzt auf.
In Polen waren nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl Jodpräparate an mehr als 10
Mill. Kinder und mehr als 6 Mill. Erwachsene verabreicht worden. Die beobachteten
Nebenwirkungen waren dabei mild und vorübergehend.
Im Zweifelsfall halten Sie bitte Rücksprache mit Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt. Sollte eine der
oben angeführten Krankheiten oder Unverträglichkeiten bei Ihrem Kind festgestellt
werden, melden Sie dies bitte umgehend der Leitung von Schule, Internat, Kindergarten, Hort oder Kinderheim.

Gegenanzeigen
Kaliumjodid "Lannacher" 65 mg-Tabletten dürfen nicht eingenommen werden bei:
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Bekannter Überempfindlichkeit gegen Jod, wie z.B. Jododerma tuberosum
(dunkelrote, runde, schwammig weiche Hautveränderungen mit geschwürartiger,
verkrusteter Oberfläche)
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Bekannter Überempfindlichkeit gegen einen Bestandteil des Präparates
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Früheren oder derzeitigen Erkrankungen der Schilddrüse (z.B. Überfunktion der
Schilddrüse)
-
Dermatitis herpetiformis (chronisch wiederkehrende Hauterkrankung mit
herpesähnlicher Blasenbildung, Ausschlag und brennendem Juckreiz)
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Hypokomplementärischer Vaskulitis (allergisch bedingte Entzündungen der
Blutgefäßwände)
Besondere Warnhinweise
Besondere Vorsicht ist geboten bei Personen mit Asthma bronchiale,
Herzinsuffizienz, Nierenfunktionsstörungen, Autoimmunkrankheiten.
Klären Sie bitte in diesen Fällen vorab mit Ihrem Arzt/Ihrer Ärztin, ob die Einnahme
von Kaliumjodid bei Ihnen oder Ihrem Kind angezeigt ist.
Schwangerschaft und Stillperiode: Kinder in den ersten Lebensmonaten,
Schwangere und Stillende, sollen einige Tage nach der Information durch die
Behörde, dass keine akute Gefährdung mehr gegeben ist, beim Arzt/bei der Ärztin
eine Kontrolluntersuchung durchführen lassen.
Kaliumjodid-Austauschaktion
2010/2011
Österreich bevorratet für Kinder und Jugendliche seit 1990
Kaliumjodid-Tabletten zum Schutz vor Schilddrüsenkrebs nach Reaktorkatastrophen.
Nunmehr ist wieder der planmäßige Austausch der Kontingente vorgesehen.
Das Bundesministerium für Gesundheit informiert Sie über den
geplanten Austausch der Kaliumjodid-Tabletten zum Schutz der Kinder und
Jugendlichen bei schweren Kernkraftwerksunfällen:
Die derzeit öffentlich bevorrateten
Kaliumjodid-Tabletten-Kontingente werden Ende Dezember 2009 bzw. Ende Februar
2010 das Ende der Ablauffrist erreicht haben. Analysen der Arzneimittelagentur
AGES/PharmMed im Auftrag des Bundesamtes für Sicherheit im Gesundheitswesen
haben ergeben, dass bei ordnungsgemäßer Lagerung die Haltbarkeit dieser
Tabletten bis Ende 2011 gewährleistet ist. Eine entsprechende Überlagerung der
derzeit in Apotheken, ärztlichen Hausapotheken und Anstaltsapotheken
bevorrateten Tabletten sowie der im Großhandel befindlichen Bundesreserve und
der Bestände in Kinderbetreuungseinrichtungen bis Ende 2011 ist daher angezeigt.
Zur Gewährleistung der erforderlichen Qualität während dieses
Übergangszeitraumes sind selbstverständlich wiederkehrende
Kontrolluntersuchungen durch das Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen
vorgesehen.
Der Austausch der bestehenden Kontingente wird in mehreren Tranchen in den
Jahren 2010 und 2011 erfolgen.
Zunächst wird jene Menge neu beschafft werden, die für den Austausch der in
Schulen, Kindergärten und sonstigen Kinderbetreuungseinrichtungen bevorrateten
Tabletten erforderlich ist. Dies soll im Laufe des Jahres 2010 erfolgen. Bis
dahin werden die derzeit dort vorhandenen Bestände weiter bereit gehalten. Der
Austausch der Kontingente erfolgt dann wie bisher im Wege der Apotheken und
hausapothekenführenden Ärztinnen nach einem Voraviso der Schulen, Kindergärten
etc.
Danach wird der restliche Bedarf für den flächendeckenden Austausch der in
Apotheken, ärztlichen Hausapotheken und Anstaltsapotheken bevorrateten
Kaliumjodidtabletten beschafft. Der Austausch soll spätestens bis zum Ende des
Jahres 2011 abgeschlossen sein.

   
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