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Neuraminidasehemmer - Ein Fortschritt für Influenza-Kranke

Durch die Entdeckung der Neuraminidasehemmer gegen Influenza-Viren durch Peter Coleman 1983 in Australien und die Zulassung des ersten Neuraminidasehemmers im Winter 1999/2000 hat sich die Situation für Patienten, die an Influenza erkranken, deutlich verbessert. Diese Medikamente sind in der Lage, gezielt Influenza A- und B-Viren zu bekämpfen, also die Ursache der Virusgrippe. Sie stellen in der Therapie einen großen Fortschritt dar, die Impfung als Vorsorgemaßnahme können sie jedoch nicht ersetzen.

Funktionsweise Neuraminidasehemmer

 

 

  1. Grippeviren gelangen in die Atemwege
  2. In den Atemwegen heften sich die Viren mit Hilfe des Hämagglutinins an die Schleimhautzellen und dringen in diese ein.
  3. Die Viren nützen die Zellen zur Vermehrung.
  4. Der Wirkstoff von Neuraminidasehemmern blockiert die Neuraminidase, die das Ablösen des Virus von der Zelle ermöglicht. → Der Erreger kann keine neuen Zellen infizieren.

 

 

Das Enzym Neuraminidase sitzt der Virushülle auf und wird benötigt, um die neu hergestellten Viruspartikel aus der Wirtszelle zu entlassen, damit neue Zellen infiziert werden können. Es ist also für die Ausbreitung des Virus wichtig. Das Reaktionszentrum dieses Enzyms ist bei allen Virussubtypen gleich gebaut und verändert sich im Gegensatz zur Virushülle nicht. Die Wirkstoffe der Neuraminidasehemmer sind gegen dieses aktive Zentrum gerichtet, ihre Wirksamkeit wird im Gegensatz zur Impfung von den Veränderungen des Virus nicht beeinträchtigt. Indem das Medikament die Neuraminidase blockiert, unterbricht es die Virusvermehrung und bringt die explosionsartige Ausbreitung der Grippe-Viren zum Erliegen. Die Viren können sich nicht mehr von Zellen der Atemwege ablösen. Sie bleiben an der Zelloberfläche haften, werden dort vom Abwehrsystem des Körpers erkannt und innerhalb kurzer Zeit beseitigt.

Voraussetzung für den Erfolg der Behandlung ist ein frühzeitiger Arztbesuch

Da die von einer Grippe verursachten Krankheitssymptome auch von ganz anderen und damit anders zu behandelnden Erregern ausgelöst werden können, ist es vor der Einleitung einer antiviralen Therapie wichtig, eine sichere Diagnose zu stellen. Alle Medikamente, die gegen Viren wirksam sind, müssen so schnell wie möglich nach Auftreten der ersten Krankheitszeichen eingenommen werden. Nur so können die Medikamente ihre Wirkung optimal entfalten. Je früher die Vermehrung der Grippe-Viren gestoppt wird, desto weniger Viren können sich im Körper ausbreiten und desto geringer sind die Schäden im Körper. Außerdem werden weniger Entzündungsstoffe im Körper freigesetzt, die für die Allgemeinsymptome der Grippe, wie Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, verantwortlich sind. Wird das Medikament innerhalb der ersten zwei Tage nach dem ersten Auftreten der typischen Krankheitssymptome wie Abgeschlagenheit, Fieber, Muskel- und Gelenkschmerzen, Husten und belegte Zunge eingenommen, so kommt es zu einer raschen Besserung der Symptome und zu einem milderen Krankheitsverlauf. Komplikationen, die durch Bakterien hervorgerufen werden, z.B. Lungen- oder Mittelohrentzündung, treten seltener auf. Außerdem scheint sich die Ansteckungsgefahr durch die Behandlung zu verringern.

Im Pandemiefall wird eine ausreichende und frühzeitige Behandlung mit Neuraminidasehemmern, vor allem für besonders exponierte oder gefährdete Personengruppen angestrebt, insbesondere für Personen, die zum Erhalt der Infrastruktur notwendig sind. Informationen dazu werden im Anlassfall durch die Behörden bekannt gegeben.

 
 
 
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