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Influenzavirus

Die Influenza (Grippe) ist eine fieberhafte Erkrankung, die durch Influenza-Viren der Typen A, B und C verursacht wird. In der Regel verläuft die echte Grippe ähnlich, aber schwerer als die grippalen Infekte, die von anderen Viren hervorgerufen werden. Charakteristisch für die Grippe sind nahezu weltweite Epidemien (Pandemien), die in unregelmäßigen Abständen die Menschheit heimsuchen. Pandemien werden ausschließlich vom Typ A verursacht. Zwischen den Pandemien kommen Epidemien in einzelnen Ländern in Abständen von etwa zwei bis drei Jahren vor.

Influenza ist nicht gleich "Grippe" im Volksmund

Fiebrige Atemwegsinfektionen, die nicht durch Influenza-Viren sondern durch andere Viren hervorgerufen werden, bezeichnet der Volksmund häufig fälschlicherweise ebenfalls als "Grippe". Außer den lästigen Symptomen einer Erkältung, wie Husten, Schnupfen und Heiserkeit , haben diese "grippalen Infekte" aber nichts mit der "echten Grippe", der Influenza gemeinsam. Im Gegensatz zu den meist harmloseren Erregern der Erkältungskrankheiten, können Influenza-Viren schwere Erkrankungen mit gefährlichen Komplikationen auslösen. 

Während der grippale Infekt langsam beginnt und nicht so schwer verläuft, treten die Symptome der Influenza plötzlich und aus vollem Wohlbefinden heraus auf. Innerhalb kurzer Zeit wird der ganze Körper in Mitleidenschaft gezogen. Oft beginnt die Grippe mit Schmerzen in den Beinen, in den Armen und im Rücken, mit Kopfschmerzen, Frösteln und Schweißausbrüchen. Fiebrigkeit und Abgeschlagenheit sind ebenfalls fast immer vorhanden. Kurz darauf setzen meist hohes Fieber bis über 40 ºC und Atemwegsbeschwerden wie quälender Husten und Halsschmerzen ein. Ein schweres allgemeines Krankheitsgefühl befällt den Körper und man hat das Gefühl, es sei einem noch nie so schlecht gegangen.

Influenzavirus 

Das Influenzavirus wurde 1933 erstmals identifiziert. Von diesem Virus existieren zwei Hauptformen, Influenza A und Influenza B. Die Viren Influenzavirusverursachen, durch Wachstum und Vermehrung in  den Körperzellen sowie Zerstörung dieser Zellen, die Influenzakrankheit.
Von der Oberfläche des Influenzavirus ragen Eiweiße wie Stacheln in die Umgebung. Diese Eiweiße, das stabförmige Hämagglutinin (H) und die pilzförmige Neuraminidase (N), unterstützen die Vermehrung des Virus im gesamten oberem und unterem Atemtrakt.
Das Influenzavirus zirkuliert nicht den gesamten Winter. Tatsächlich breitet es sich regional nur ungefähr 8 - 12 Wochen in der Zeit von Oktober bis April in der nördlichen Halbkugel und von April bis Oktober in der südlichen Halbkugel aus. 
Zu weltweiten Epidemien (Pandemien) kommt es alle 10 bis 40 Jahre.

Übertragungswege

Das Influenzavirus (A oder B) überträgt sich über Tröpfcheninfektion wie Husten oder Niesen. Es dringt über Nase, Mund oder Augen in den Körper ein und befällt die gesamten Atemwege. Außerdem kann das Influenzavirus auch über kontaminierte (mit Viren verunreinigte) Oberflächen oder Hände übertragen werden. Erwachsene sind in der Regel bis fünf Tage nach Auftreten der Symptome infektiös, Kinder sieben Tage oder länger.

Erste Anzeichen

Nach der sehr kurzen Einnistungszeit (Inkubationszeit etwa 1-3 Tage) der Grippeviren beginnt die Grippe plötzlich mit steilem Fieberanstieg, oft von Schüttelfrost begleitet. Es folgen Kopf-, Glieder- und Rückenschmerzen und schließlich die bekannten, durch Beeinträchtigung der Luftwege hervorgerufenen, Anzeichen: Heiserkeit, (geringe) Halsschmerzen, Reizhusten, Schmerzen hinter dem Brustbein, Schnupfen. Auch Bläschen an den Lippen (Herpes labialis) kommen manchmal hinzu. Die unkomplizierte Grippe ist in der Regel nach einer Woche ausgestanden, es dauert jedoch noch Tage, bis sich die Kranken endgültig erholt haben. Am gefährdetsten sind ältere Menschen mit Kreislaufkrankheiten, aber auch jüngere Menschen mit Herzklappenfehlern oder chronischer Bronchitis. Der Krankheitsverlauf wird außerdem von der Hülleneiweiß-Struktur des jeweils auftretenden Influenza-Virus bestimmt.

Das Risiko

Etwa 350.000 Menschen erkranken in Österreich während einer durchschnittlichen Influenzasaison. Jedes Jahr sterben in Österreich über hundert Menschen an Grippe und rund 1.500 (1.000 bis 3.000) Menschen sterben an den Komplikationen dieser Infektion. Das Komplikations- und Sterberisiko ist mit zunehmendem Alter und für Personen mit Grunderkrankungen wie z.B. Diabetes oder Lungen- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen stark erhöht. Risikogruppen sind auch Patienten über 60 und Kleinkinder bis 2 Jahre.

Für ältere Grippepatienten ist diese Krankheit deshalb so lebensbedrohlich, da eine 90prozentige Chance besteht, gleichzeitig eine Lungenentzündung (Pneumonie) zu entwickeln. Mit zunehmendem Alter verlieren darüber hinaus Penizilline ihre Wirksamkeit (Resistenzentwicklung). Menschen ab 65 wird daher empfohlen, sich nicht nur regelmäßig gegen Grippe impfen zu lassen sondern in Rücksprache mit dem Hausarzt eine (einmalige) Pneumokokkenimpfung in Erwägung zu ziehen.

Immunität

Nach einer Grippe bildet sich eine Immunität aus. So können im Blut eines einmal erkrankten Menschen Antikörper nachgewiesen werden - aber nur gegen den Grippevirus-Stamm mit den spezifischen Antigenen (Hülleneiweißkörper, die das Abwehrsystem zur Bildung von Antikörpern anregen) zurzeit der Erkrankung. Doch die Tücke der Grippeviren liegt darin, dass sie sehr schnell ihre Antigenstruktur ändern. Und gegen diese neue Antigenstruktur sind die gebildeten Antikörper machtlos; sie erkennen die neuen Grippeviren nicht als ihre Feinde. 

Um sich vor der Grippe zu schützen, muss daher jährlich eine mit den neuen aktuell zirkulierenden Influenza-Viren orientierte Impfung erfolgen. Die Grippe-Impfstoffe werden entsprechend den Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation produziert und enthalten in der Regel Stämme von zwei aktuellen Influenza-A-Subtypen und einem aktuellen Influenza-B-Stamm.

 

 
 
 
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