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Influenza - Grippe

Die Geschichte der menschlichen Influenzaviren 

Aufgrund serologischer Untersuchungen nimmt man an, dass im Jahr 1889 ein Virus des Typs H2N2 zirkulierte, das dann 1900 durch H3N8 abgelöst wurde. Das Virus der spanischen Grippe (H1N1), das 1918/19 weltweit 20-40 Millionen Menschen das Leben kostete, wurde 1918 wahrscheinlich durch die amerikanischen Truppen nach Europa eingeschleppt. Dieses Virus entspricht zwar in allen 8 Gen-Segmenten einem Vogel-Influenzavirus, dürfte aber den Sprung in den Menschen erst nach "Aufbereitung" im Schwein geschafft haben. 1957 gelangten in dieses Virus durch genetische Neusortierung 3 Gene eines Entenvirus, sodass ein neues Virus entstand (H2N2) das die Asiatische Grippe verursachte. In ähnlicher Weise entstand daraus 1968 das Hong Kong Virus (H3N2), das 2 neue Gene aus dem Entenreservoir akquirierte. Mit dem Auftauchen der neuen Influenzaviren verschwanden die jeweils vorhergehenden Influenzaviren aus der menschlichen Bevölkerung. Seit 1977 zirkuliert allerdings beim Menschen neben H3N2 auch wieder das sogenannte russische H1N1 Virus, das zwar seit 1950 verschwunden war aber Spekulationen zufolge aus einem Labor seinen Weg zurück in die Natur gefunden hat.

Die Besonderheit des Influenzavirus

Es ist eine Besonderheit des Influenzavirus, dass seine genetische Information nicht in einem Stück wie bei den meisten anderen Viren vorliegt, sondern aus acht einzelnen Segmenten besteht. Zwei davon tragen die Gene für die beiden Proteine, die sich an der Virusoberfläche befinden, das Hämagglutinin (H) und die Neuraminidase (N), die den Hauptangriffspunkt für die Immunabwehr und daher auch die wichtigsten Komponenten der Influenza Impfstoffe darstellen. Bisher sind bei Vögeln 15 verschiedene Typen des Hämagglutinins (H1 bis H15) und 9 verschiedene Typen der Neuraminidase (N1 bis N9) gefunden worden. Bei Doppelinfektionen ein und desselben Tieres mit zwei verschiedenen Influenzaviren kann es zur Entstehung völlig neuer Virusvarianten kommen, die beispielsweise 3 Gensegmente des einen und 5 Gensegmente des anderen Virus enthalten (genetische Neusortierung). Dies kann auch zu plötzlichen Veränderungen der biologischen und immunologischen Eigenschaften führen (Antigenshift).

Die Weltgesundheitsorganisation warnt vor einer neuen Grippe-Pandemie

Die Weltgesundheitsorganisation warnt seit Jahren vor dem neuerlichen Ausbruch einer Grippepandemie (Influenzapandemie). Grippepandemien treten alle 20 bis 30 Jahre auf, wenn ein Erreger mit dermaßen verändertem Erbgut auftritt, dass unser Immunsystem keinen Schutz aufgrund früherer Infektionen bietet. Seit rund 40 Jahren hat es jedoch keine derartige Pandemie mehr gegeben, die länderübergreifend oder sogar weltweit zur Erkrankung großer Teile der Bevölkerung führt. Die Grippepandemien des 20. Jahrhunderts waren die Spanische Grippe (1918-1920) mit geschätzten 20 Millionen Toten, manche Quellen sprechen gar von 50 Millionen Toten, die Asiatische Grippe (1957-1958) mit einer Million Toten und die Hongkong-Grippe (1968-1969) mit 700.000 Toten.
Seit März 2009 breitet sich ein neues Grippe - A-Virus vom Subtyp H1N1 von Mensch zu Mensch aus und führt weltweit zu einer rasch ansteigenden Anzahl an Erkrankungen. Die Struktur dieses Influenzavirus ist neu und die Menschen haben daher so gut wie keinen Immunschutz dagegen. Wie sich das Virus weiterentwickeln wird, ist nicht abschätzbar.

 
 
 
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