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Erreger von Infektionskrankheiten

Infektionskrankheiten stellen eine große Bedrohung für unsere Gesundheit dar. Jeder Mensch infiziert sich im Laufe seines Lebens mehrfach mit verschiedenen Infektions-Erregern.

Einer Seuche geht praktisch immer eine Infektionskrankheit voraus. Bei Infektionskrankheiten handelt es sich um eine negative Wechselbeziehung zwischen dem Wirt und dem Gast. Letzterer ist ein krankmachender Erreger für den Wirt. Der krankmachende Erreger zieht einen Vorteil aus der Verbindung mit dem Wirt und schädigt ihn. Viele leben in ihrem Wirt ohne ihn zu schädigen, oder der Wirt zieht aus dem Gast sogar Vorteile (z.B. Pansenbakterien im Kuhmagen). Beide Partner können sogar aufeinander angewiesen sein (Symbiose).

Der Erreger einer Infektionskrankheit wird erst dann zum Seuchenerreger, wenn er neben seiner Fähigkeit der Ansteckung noch besondere Eigenschaften hinsichtlich seiner:

  • krankmachenden Wirkung
  • Übertragbarkeit (direkte Übertragung durch Kontakt)
  • Widerstandfähigkeit besitzt.

Die Erreger von Infektionskrankheiten lassen sich in verschiedene Gruppen unterteilen: 

Bakterien und bakterienähnliche Mikroorganismen

Bakterien sind einzellige Lebewesen, die sich durch Querteilung ungeschlechtlich vermehren. Sie sind zwischen 0,2 und 5 Mikrometer (µm) groß und haben keinen umwandeten Zellkern. Die meisten Bakterien haben nicht nur eine Zellmembran sondern auch eine Zellwand. Manche können Sporen bilden, manche haben eine Schleimkapsel, andere besitzen die Möglichkeit, sich fortzubewegen oder sich an Zellen anzuheften. 
Sonderformen sind Chlamydien und Rickettsien. Beide Arten können sich nur in Zellen vermehren. Mykoplasmen wiederum haben keine Zellwand. 

Medikamente gegen Bakterien nennt man Antibiotika. Es gibt kein Antibiotikum, das gegen alle krankheitserregenden Bakterien wirkt. Deshalb ist eine gezielte Therapie nur möglich, wenn man weiß, welches Bakterium die Krankheit auslöst. Manche Krankheiten werden immer durch die gleiche Art Bakterien ausgelöst (z. B. Syphilis, Lepra, Tuberkulose). Allerdings kommen für einige von Bakterien verursachte Krankheiten (z. B. Harnwegsinfekt, Wundeiterung) mehrere Bakterienarten in Frage. In einer Bakterienart gibt es oft Stämme, die auf manche Antibiotika reagieren und auf andere nicht. Aber man kann die Wirksamkeit von Antibiotika im Labor austesten. 
Bakterien können sich so verändern, dass sie nicht mehr auf die Antibiotikatherapie ansprechen - sie werden resistent. Schwierigkeiten bereiten Bakterien, die multiresistent geworden sind. Diese Arten sprechen kaum noch auf eine Antibiotikatherapie an.

Viren

Viren haben keine Zellstruktur und können nicht eigenständig Energie gewinnen, das heißt, sie sind auf eine Wirtszelle angewiesen, die sie zwingen, neue Viren zu produzieren. Viren haben genetisches Material, das (im Gegensatz zu Bakterien oder Zellen) entweder aus DNA oder aus RNA besteht, aber nicht aus beidem. Viren lösen zum Beispiel Masern, Mumps, Röteln, auch die Grippe, Herpes oder Aids aus. 

Medikamente gegen Viren nennt man Virustatika. Geeignete Mittel gegen Viren sind schwer zu entwickeln, da das Virus in die Wirtszelle eingebaut ist und die Medikamente somit auch auf die Wirtszelle wirken. Außerdem müssen die Medikamente früh eingesetzt werden, am besten wenn sich das Virus vermehrt. Die Krankheitssymptome treten meist jedoch erst später auf.

Prione

Prionen sind lediglich "falsch gefaltete" Eiweißmoleküle. Ein Nachweis von genetischem Material ist bisher nicht gelungen. Sie lösen Krankheiten wie Scrapie bei Schafen, BSE bei Rindern oder die neue Variante der Creutzfeldt-Jakob-Erkrankung beim Menschen aus. Diese Krankheiten werden als übertragbare spongiforme Enzephalopathien bezeichnet. Eine Therapie ist bislang nicht möglich.

Pilze

Pilze haben relativ große Zellen und einen Zellkern. Die Zellwand besteht vorwiegend aus Zellulose oder Chitin. Sie vermehren sich durch Hyphenbildung und/oder Sprossung und können Dauerformen (Sporen) bilden. Von mehr als 50.000 Pilzarten sind nur ungefähr 200 als Infektionserreger des Menschen bekannt, die meisten Pilzinfektionen entstehen bei einer abgeschwächten Immunabwehr.

Protozoen

Protozoen sind frei oder parasitisch lebende, einzellige Organismen. Sie sind zwischen 1µm und 300µm groß und können sich fortbewegen (Wimpertierchen, Geißeltierchen, Wurzelfüßler). Die Erreger der Toxoplasmose, der Malaria und der vaginalen Trichomoniasis sind Protozoen.

Tierische Parasiten 

Zu ihnen gehören parasitische Würmer (z. B. Spulwürmer, Bandwürmer) und Gliederfüßler (z. B. Milben als Ursache der Krätze).

 
 
 
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