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Infektionskrankheiten - Übersicht

Über Jahrtausende waren die Menschen den Seuchen ausgeliefert. Der Zusammenhang zwischen einer infektiösen Krankheit und einem bestimmten, sie verursachenden Erreger, wurde erst Ende des 19. Jahrhunderts hergestellt. Auch mangelnde Hygiene verstärkte die Gefahr einer Seuche. Eine schwarze Todesspur durchzieht die Geschichte. "Pestis", so der lateinische Name für Seuche, machte Geschichte. Waren es früher Pest, Malaria und Pocken oder die Syphilis, die Unheil brachten, so ist es heute vor allem AIDS und Ebola.

Weltweit sterben die meisten Menschen an Infektionskrankheiten!

Die Gründe für die Rückkehr der Seuchen sind vielfältig. Zu ihnen gehören in erster Linie

  • die Bevölkerungsexplosion und
  • die Verarmung in vielen Teilen der Welt.

Im Zuge der zunehmenden Globalisierung können sich Infektionen um ein Vielfaches schneller verbreiten als jemals zuvor.


Pest | Typhus | Cholera | Tollwut | Hepatitis A | Hepatitis B | Influenza | Vogelgrippe | Tuberkulose | AIDS/HIV


Pest

Kurzübersicht

Als tödliche Massenbedrohung in Österreich nicht mehr denkbar, weil die hygienischen Bedingungen bei uns zu gut sind. 
Einzelfälle können jedoch eingeschleppt werden. Das gilt auch für verschiedene andere Erkrankungen.
Die Pest gehört nicht zu den "ausgestorbenen Seuchen", in den Ländern Tansania, Zaire, Vietnam, Peru, Birma (Myanmar) und Madagaskar erreicht sie beachtenswerte Infektionshäufigkeiten.

Vorbeugung

  • Grundsätze für die Vermeidung der Ausbreitung
  • Isolierung Pestkranker und -verdächtiger
  • Tetracyclin-Prophylaxe für alle Verdächtigen und Kontaktpersonen
  • Flohbekämpfung
  • Hygiene beim Umgang mit Ausscheidungen oder Untersuchungsmaterialen solcher Patienten

Meldepflicht auch schon bei Verdacht!

Typhus

Kurzübersicht

Durch Bakterien (Salmonella typhi) verursachte Infektionskrankheit, die unbehandelt zum Tod führt. Vorkommen vor allem in Südostasien und Nordafrika. Infektion über Nahrungsmittel und nicht abgekochtes Wasser. Typhus-Salmonellen-Ausscheider  können auch Personen sein, die zwar infiziert sind, bei denen sich aber kein Krankheitsbild entwickelt hat.

Vorbeugung

  • Konsequente Hygiene bei der Körperpflege 
  • Essensregeln einhalten: nur Gekochtes, Gebratenes oder Geschältes essen; Getränke nur aus verschlossenen Flaschen industrieller Herkunft trinken; nie Getränke mit Eiswürfeln trinken; auf Speiseeis, Pudding, Cremen, Salate und überhaupt alle Nahrungsmittel verzichten, die vor dem Verzehr mit anderem als gekochtem Wasser in Berührung kommen 
  • nur abgekochte Milch trinken
  • Zähneputzen nur mit Mineralwasser
  • kein Schwimmen in Pools, Binnengewässern oder Lagunen 
  • Impfung (Injektion oder Schluckimpfung; Schutzwirkung für 2 bis 3 Jahre gegeben) 

Typhuskranke gehören umgehend in spitalsärztliche Betreuung und unter Quarantäne.

Cholera

Kurzübersicht

Infektiöse Darmerkrankung. Auslöser sind Bakterien (Vibrionen), die über die Nahrung in den Körper gelangen.

Neben Indien und Nepal kann auch das tropische Afrika zu den klassischen Hochrisikogebieten von Cholera gezählt werden. Auch aus dem Fernen Osten (Laos, Burma, ja sogar Westmalaysia) wurden Cholera-Ausbrüche gemeldet. Seit dem Jahr 1991 ist die Cholera auch in weiten Teilen von Südamerika und in Mittelamerika heimisch. Das Auftreten von Epidemien ist eng mit den hygienischen Bedingungen verknüpft und in den klassischen Verbreitungsgebieten immer möglich und nie vorhersehbar. Durch unzureichende Wasser-, Abwasser- oder Abfallhygiene genügen oft länger andauernde Regenfälle, um zu einer Choleraepidemie zu führen. Auch bei Situationen, in denen viele Menschen unter schlechten Bedingungen auf engstem Raum zusammenleben - wie z. B. in Slums, bei Massenflucht oder nach Naturkatastrophen - ist ein hohes Potential für die Verbreitung der Cholera gegeben. Durch unsere modernen Fortbewegungsmittel (hauptsächlich Flugzeug und Auto) wird eine rasche Verbreitung der Cholera ermöglicht. 
Aufgrund des Ferntourismus wurden auch aus den "zivilisierten" Ländern wie USA, Kanada, Großbritannien, Holland, Frankreich und auch Österreich in den letzten Jahren vereinzelt importierte Cholerafälle gemeldet. Aufgrund der hygienischen Bedingungen und der strengen Überwachungsmaßnahmen ist jedoch nicht zu erwarten, dass sich die Erkrankung in diesen Ländern festsetzt.

Vorbeugung

  • Konsequente Hygiene bei der Körperpflege 
  • Essensregeln einhalten: nur Gekochtes, Gebratenes oder Geschältes essen; Getränke nur aus verschlossenen Flaschen industrieller Herkunft trinken; nie Getränke mit Eiswürfeln trinken; auf Speiseeis, Pudding, Cremen, Salate und überhaupt alle Nahrungsmittel verzichten, die vor dem Verzehr mit anderem als gekochtem Wasser in Berührung kommen
  • nur abgekochte Milch trinken
  • Zähneputzen nur mit Mineralwasser 
  • kein Schwimmen in Pools, Binnengewässern oder Lagunen 
  • Bekämpfung von Fliegen in der unmittelbaren Umgebung, vor allem in den Bereichen, in denen gekocht oder gegessen wird bzw. wo Lebensmittel lagern 

Eine Impfung (auch als Schluckimpfung) ist zwar möglich, in der Schutzwirkung aber unsicher.

Tollwut (Mensch)

Kurzübersicht

Virusinfektion, die unbehandelt zur Lähmung des Zentralnervensystems bzw. zum Tod führt. 
Ansteckungsarten: 
Biss durch infizierte Hunde oder Füchse. Auch Katzen, Dachse, Waschbären, Wölfe oder Luchse können tollwütig sein. Gegebenenfalls kann auch ein Speichelkontakt mit tollwütigen Tieren eine Ansteckung bewirken.

Vorbeugung

  • Tollwutimpfung: Gefährdete Personen sollen sich diese gut verträgliche Impfung geben lassen. Eine dreimalige Gabe ist notwendig
  • Vermeiden Sie Kontakt mit Tieren, Vorsicht auch bei Haustieren
  • Besteht der Verdacht, von einem tollwütigen Tier gebissen worden zu sein, kann eine möglichst rasch herbeigeführte Wundreinigung plus Impfung mit Nachimpfungen den Ausbruch der Krankheit verhindern.

Unbehandelt führt die Tollwutinfektion zum Tod durch Lähmung des Herzmuskels (etwa eine Woche nach Auftreten der ersten Symptome).

Hepatitis A

Kurzübersicht

Besonders in den Tropen verbreitete Virusinfektion der Leber (Virustyp A). Im Unterschied zur Hepatitis B erfolgt eine Infektion durch engen Kontakt mit anderen Gelbsuchtkranken, durch Nahrung (Fisch, Muscheln), ungekochtes Wasser oder Speisen.

Vorbeugung

  • Impfung (Schutzwirkung möglicherweise bereits gegeben; daher zuerst Antikörpertest durchführen lassen; Schutzwirkung nach Impfung mit einem zeitgemäßen Impfstoff hält rund 10 Jahre lang an)
  • Konsequente Hygiene bei der Körperpflege und auf der Toilette
  • nur gekochtes Bettzeug verwenden
  • Vermeidung des Kontakts mit Gelbsuchtkranken (erst eine Woche nach Gelbfärbung des Augapfels ist keine Ansteckungsgefahr mehr gegeben)
  • Essensregeln einhalten: nur Gekochtes, Gebratenes oder Geschältes essen; Getränke nur aus verschlossenen Flaschen industrieller Herkunft trinken; nie Getränke mit Eiswürfeln trinken; auf Speiseeis, Pudding, Cremen, Salate und überhaupt alle Nahrungsmittel verzichten, die vor dem Verzehr mit anderem als gekochtem Wasser in Berührung kommen; nur abgekochte Milch trinken; Zähneputzen nur mit Mineralwasser
  • kein Schwimmen in Pools, Binnengewässern oder Lagunen

Hepatitis B

Kurzübersicht

Besonders in den Tropen verbreitete Virusinfektion der Leber (Virustyp B). Im Unterschied zur Hepatitis A erfolgt eine Infektion vorwiegend durch Sexualkontakte, infiziertes Blut (z.B. Bluttransfusionen), infizierte Spritzen oder Kanülen.
Die Hepatitis B ist gefährlicher als die Hepatitis A

Vorbeugung

  • Hepatitis A- und B-Impfung: wird für Erwachsene und für Kinder verabreicht. Eine Kombi-Impfung Hepatitis A und B ist möglich
  • Kein Sexualkontakt zu Hepatitis-B-Infizierten (Ansteckung sehr wahrscheinlich)
  • Medizinische Eingriffe bezüglich Hygienebedingungen hinterfragen und im Zweifel eher ablehnen (Rücktransport mit Flugrettung ins Heimatland erwägen).

Influenza (Grippe)

Kurzübersicht

Die "echte" Grippe ("Influenza"; nicht zu verwechseln mit dem Diagnosebild "grippaler Infekt") ist eine gefürchtete epidemische Krankheit. Die heimtückischen Krankheitserreger sind Viren, die in der Lage sind, sich von Epidemie zu Epidemie zu verändern und somit Therapiestrategien zu erschweren. Manche Varianten sind besonders gefährlich (z.B. "Spanische Grippe"). Der medizinische Durchbruch bezüglich Grippeschutzimpfung gelang, als Wissenschaftler die Systematik dieser Veränderungen zu durchschauen begannen. Seit damals werden Grippeschutzimpfungen immer effektiver. Besonders Risikogruppen sollten nicht zögern, sich impfen zu lassen, zumal Risiken und Nebenwirkungen deutlich hinter jenen Gefahren rangieren, die mit einer Erkrankung verbunden sind. Und die Wahrscheinlichkeit mit Influenza angesteckt zu werden, ist im Vergleich zu anderen ansteckenden Krankheiten sehr hoch.

Vorbeugung

Jedes Jahre sterben in Österreich über hundert Menschen an Grippe und rund 1.500 (1.000 bis 3.000) Menschen sterben an den Komplikationen dieser Infektion. 

Für ältere Grippepatienten ist diese Krankheit deshalb so lebensbedrohlich, da eine 90%ige Chance besteht, gleichzeitig eine Lungenentzündung (Pneumonie) zu entwickeln. Mit zunehmendem Alter verlieren darüber hinaus Penizilline ihre Wirksamkeit (Resistenzentwicklung). Menschen ab 65 wird daher empfohlen, sich nicht nur regelmäßig gegen Grippe impfen zu lassen, sondern in Rücksprache mit dem Hausarzt eine (einmalige) Pneumokokkenimpfung in Erwägung zu ziehen.

Vogelgrippe (Avian-Flu)

Kurzübersicht

Die Vogelgrippe ist eine Viruskrankheit, die überwiegend Vögel, vor allem Hühner und Puten befällt. Eine Übertragung vom Tier auf den Menschen ist selten, aber bei engem Kontakt zu infizierten Tieren möglich. Für eine Ansteckung von Mensch zu Mensch an der gegenwärtig in Asien grassierenden Vogelgrippeepidemie gibt es bisher keinen wissenschaftlichen Nachweis.
Sorge bereitet Experten die Möglichkeit, dass eine gleichzeitige Infektion mit Vogel- und menschlichen Influenza A Viren im Menschen oder im Schwein zu einer Mischung des Erbmaterials der Viren führen könnte. Dieser Vorgang könnte zur Folge haben, dass das Virus leichter von Mensch zu Mensch übertragen wird.

Vorbeugung

Die wichtigste Vorbeugemaßnahme besteht im Meiden von Geflügel in den betroffenen Ländern d.h. Verzicht auf Besuch von Tier- oder Geflügelmärkten. Das Virus wird durch Erhitzen abgetötet. Nach heutigem Wissensstand ist der Verzehr von gekochtem Geflügelfleisch oder Eiern unbedenklich. Inwieweit rohe Nahrungsmittel zu einer Übertragung führen können, ist bisher unklar. Generell wird als Vorsichtsmaßnahme eine gründliche Händehygiene mit Wasser und Seife oder auch alkoholischen Händedesinfektionslösungen empfohlen.
Impfung: 
Die Influenzaimpfstoffe zur Vorbeugung der menschlichen Grippe sind zwar nicht gegen Vogelgrippe wirksam, werden aber empfohlen, um einen gleichzeitigen Befall von menschlichen und tierischen Influenza-Viren zu verhindern. Die Impfung gegen menschliche Grippe verhindert auch eine Erkrankung, die bei Aufenthalt in Asien bzw. Rückkehr nach Europa fälschlich für eine Vogelgrippe gehalten werden könnte. An einem neuen, auch gegen Vogelgrippe wirksamen Impfstoff für den Menschen wird intensiv gearbeitet.

Tuberkulose (TBC)

Kurzübersicht

Durch Kriege und Armut begünstigt, wird sie auch "Armenseuche" genannt. Tuberkulose ist eine "soziale" Krankheit. Ihr Ausbruch ist abhängig davon, in welchen Verhältnissen die Betroffenen leben und wie gut ihr Abwehrsystem ist. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts war die Tuberkulose die Volkskrankheit schlechthin. 15 bis 18 Prozent aller Todesfälle ließen sich auf diese Infektionskrankheit zurückführen. Auch die Entdeckung des Tuberkel-Bazillus im Jahr 1882 durch den späteren Nobelpreisträger Robert Koch konnte den Siegeszug der " weißen Pest " nicht aufhalten. Seit 1924 gibt es zur Prävention einen Impfstoff gegen TBC.

Vorbeugung

Impfung: Die Tuberkulose-Impfung ist nur für wenige bestimmte Personengruppen sinnvoll, wie zum Beispiel medizinisches Pflegepersonal oder Kleinkinder, wenn in der Umgebung die Ansteckungsgefahr besonders groß ist .

Die Impfung wird auch in Ländern mit einer hohen Infektionsmöglichkeit empfohlen.

AIDS/HIV-Infektion

Kurzübersicht

Bei der AIDS-Infektion handelt es sich um eine Ansteckung von Personen mit dem Human-Immunodeficiency-Virus (HIV).1983 gelang es Francoise Barre-Sinoussi das Virus erstmals zu isolieren. Die Wissenschaft geht davon aus, dass das HIV-Virus in den Siebziger Jahren zum ersten Mal aufgetreten ist. Er gehört zu der Gattung der Retroviren, die sich durch eine besonders lange Inkubationszeit auszeichnen. Seine krankmachende Wirkung beruht im Wesentlichen darauf, dass es das menschliche Immunsystem angreift. Das HIV-Virus greift die körpereigene Abwehr des Organismus an und schaltet sie aus. Dadurch ist der Körper auch Krankheitserregern ausgeliefert, die er bei einem funktionierenden Abwehrsystem leicht auszuschalten in der Lage wäre. Da das geschwächte Immunsystem die Erreger nicht mehr abwehren kann, treten in der Folge der fortschreitenden HIV-Infektion immer häufiger andere Infektionen auf.

Die Zahl der Neuinfektionen ist wieder im Steigen. Dieser Trend gilt auch für Österreich. Angst vor einer Ansteckung als eine der Grundlagen für geschützten Geschlechtsverkehr ist bei vielen Personen nicht mehr in der Art vorhanden wie noch vor wenigen Jahren. Auch Medienberichte über Therapieerfolge haben dazu geführt, dass in der Bevölkerung die Angst vor AIDS abgenommen hat. Safer Sex scheint für manche Jugendliche nur mehr ein Schlagwort zu sein, und das Verhalten bei Sexualkontakten wird wieder zunehmend riskanter.

Vorbeugung

Ungeschütze sexuelle Kontakte bergen ein hohes Risiko einer HIV-Infektion in sich. Das Kondom ist zur Zeit das einzige Mittel, das Schutz vor HIV und anderen durch Sexualkontakte übertragbaren Krankheitserregern bietet. Es sollten daher vorsorglich qualitätsgeprüfte Kondome verwendet werden. In Ländern mit unzureichendem Gesundheitsstandard besteht höchstes Infektionsrisiko, auch bei Verwendung gebrauchter Injektionsbestecke, unsterilen Spritzen und Nadeln sowie durch Blutkonserven. Es ist daher darauf zu achten, dass für etwaige medizinisch erforderliche Eingriffe originalverpackte Einmalspritzen und Einmalnadeln verwendet werden. Wer regelmäßig Medikamente injiziert bekommen muss, sollte originalverpackte Einmalspritzen und -nadeln ("Reise-Injektionsset") auf die Reise mitnehmen. Eine Übertragung von HIV durch Stiche von Insekten oder den Umgang mit Tieren kann nach vorliegenden wissenschaftlichen Erkenntnissen ausgeschlossen werden.

 
 
 
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