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Falsche Lawinenweisheiten

Beim Skitourengehen und Tiefschneefahren spielt "Versuch und Irrtum" eine große Rolle, leider endet der Irrtum häufig tödlich. Die Erfahrung und das "Gespür" können auch in Zukunft durch technische Sicherheitsausrüstung wie VS Geräte oder Lawinenairbag nicht ersetzt werden. Zahlreiche Irrtümer konnten sich als "falsche Lawinenweisheiten" jahrzehntelang halten!

Wenig Schnee bedeutet nur geringe Lawinengefahr    = FALSCH   

Gerade in schneearmen und kalten Wintern bildet sich in der Schneedecke eine labile, bodennahe Schwimmschneeschicht.

Bei tiefen Temperaturen gibt es keine Lawinen!     = FALSCH    

Dieser Spruch gilt nur dann, wenn nach tageszeitlicher Aufweichung die Schneedecke in der Nacht wieder abgekühlt wird. Im Hochwinter unterbinden tiefe Temperaturen die Setzung und Verfestigung. Spannungen bleiben in der Schneedecke erhalten.

Wald schützt vor Lawinen!     = FALSCH    

Dies gilt nur für dicht bestockten Fichtenwald. Bannwälder schützen Siedlungen und Tallagen vor Lawinenkatastrophen, aber nicht den Skifahrer vor Schneebrettlawinen.

Vorhandene Skispuren garantieren Lawinensicherheit!     = FALSCH    

Es kommt nicht selten vor, dass die Lawine erst vom 7. oder 80. Skifahrer (Lawinenunfall beim Bundesheer) ausgelöst wird.

In einem kurzen Hang kann nicht viel passieren!    = FALSCH    

Kurze Hänge, in denen man nur 3 - 4 Schwünge zieht, werden oft unterschätzt. Ein Vorarlberger Sprichwort lautet: "A Schaffl voll Schnee kann dir's Lebe neh (nehmen)." Ein Schneebrett mit den Ausmaßen von 15 x 29 x 0,4 m wiegt je nach Schneebeschaffenheit zwischen 20 und 40 t.

Der Neuschnee hat sich nach 2 bis 3 Tagen gesetzt und ist tragfähig!    = FALSCH    

Die Setzung und Verfestigung ist meist temperatur- und strahlungsabhängig. Der Verfestigungsvorgang beginnt oberflächlich, die Bindung zur Altschneedecke erfolgt langsam.

Rauer Untergrund oder Bodenunebenheiten verankern die Schneedecke!    = FALSCH    

Die vermehrte Haftung gilt nur für die bodennahe Schicht. Ein eingeschneiter Oberflächenreif oder eine Harschschicht sind ideale Gleithorizonte in der Schneedecke.

"Wumm" Geräusche sind Setzungsgeräusche!     = FALSCH    

Sie sind Ausdruck hoher Labilität in der Schneedecke. Während in der Ebene keine Gefahr droht, kommt es in wenig geneigten Hängen zu Schneebrettabgängen. Weiters ist zu bedenken, dass sich der Schnee in der Lawine stark verändert. Lockerer Pulverschnee kann z. B. zu festem, betonähnlichem Pressschnee werden.


 
 
 
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