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Hagel

Durch Hagel beschädigtes Getreide

Österreich liegt im geographischen Hagelepizentrum Europas. Jährlich gibt es Dutzende Hagelschläge mit Hagelschlossen (Hagelkörner) die eine Größe von über 2cm erreichen. Etwa zehn Mal im Jahr erreichen sie einen zerstörerischen Durchmesser von über 4cm. Als Hagel werden Eiskörner ab 0,5cm Durchmesser bezeichnet, darunter werden sie Graupel genannt. Wobei Hagelkörner in Extremfällen bis rund 8cm Durchmesser, Hagelkonglomerate (Zusammenschluss mehrerer Schlossen) über 10cm erreichen können. Hagelkörner über 3cm Durchmesser fallen zumeist nur noch aus Schwergewittern. Das Gebiet in dem es hagelt kann zwischen hundert Meter und einigen Kilometern breit, sowie dutzende Kilometer lang sein.

Im Extremfall können Hagelschlossen Haus- und Autodächer durchschlagen, Äste von Bäumen abschlagen sowie die Vegetation vollkommen zerstören. Fällt der Hagel klein aber dicht, kann es außerdem zu lokalen Überflutungen kommen.

Der Hagelschaden geht in Österreich jährlich in die Millionen. So betrug er z.B. im Jahr 2004 weit über 20 Millionen Euro.

Ursache für den Hagel

In Gewitterwolken herrschen starke Aufwinde, die unter Umständen verhindern, dass kleinere Regentropfen aus der Wolke nach unten fallen. Die Regentropfen und Eiskörnchen werden dann immer wieder nach oben getragen, wo sie gefrieren und sich neues Eis anlagert. Dieser Vorgang wiederholt sich so oft bis die Eiskörner so schwer geworden sind, dass sie von den Aufwinden nicht mehr gehalten werden können. Dann fallen entweder sehr dicke, kalte Regentropfen, Graupel oder sogar Hagelkörner aus der Gewitterwolke.
Je stärker die Aufwinde in der Gewitterwolke sind, desto größer können die Hagelkörner werden. Bei Niederschlag mit sehr großen Tropfen (Platzregen) handelt es sich in der warmen Jahreszeit oder in den Tropen meistens um geschmolzene Hagelkörner.

Hagelkörner so groß wie Tennisbälle richten erheblichen Schaden anManchmal erreichen Hagelkörner einen Durchmesser von mehr als 10 cm und ein Gewicht von über einem Kilogramm, sie donnern dann mit über 150 km/h auf die Erde. Die meisten sind jedoch deutlich kleiner. Aber selbst ein Hagelkorn von 3 cm Durchmesser erreicht eine Fallgeschwindigkeit gegen 100 km/h. Extreme Schäden an Fahrzeugen, Gebäuden und in der Landwirtschaft sind die Folgen. Auch bei Mensch und Tier können Hageltreffer fatale Folgen verursachen.

Verhindern von Hagel

Seit alters her wird mit eher geringem Erfolg versucht, durch laute Knallerzeugung am Boden, oder durch Beschießen der Wolken, Hagel zu verhindern. Die bekannteste Methode ist jene mit Silberjodid. Dabei werden potentielle Hagelwolken mit Silberjodid geimpft (durch Raketen oder mit Flugzeugen). Die Silberjodid-Moleküle sollen als Keime dienen, an denen das unterkühlte Wasser gefrieren soll. Dadurch entstehen viele kleine Eispartikel statt wenige große. Umfangreiche Feldversuche haben aber gezeigt, dass mit Impfung gleichviele Hagelschläge auftreten wie ohne Impfung. Besser ist daher vorerst auf den passiven Hagelschutz auszuweichen.

Passiver Hagelschutz

Dabei wird versucht durch geeignete Hagelschutznetze, Hagelschutzplanen oder Hagelschutzdächer die schützenswerten Objekte vor gefährlichen Treffern zu bewahren. Auch beim Hausbau sollten hagelresistente Materialien zum Einsatz kommen.

Auto und Hagel

Fahrzeugbesitzer werden beim Thema "Hagel" zumeist von Unruhe erfasst. Das heilige Blech, ob beim Auto, Wohnwagen oder sonstigem Gefährt ist von Zerstörung und Beschädigung bedroht. Jeder, der während der Fahrt von einem heftigen Hagelunwetter überrascht wurde, hofft dies nicht nochmals zu erleben. Aber auch wenn bedrohliche Wolken aufziehen und keine Schutzmöglichkeit für das Fahrzeug vorhanden ist, erhöht sich der Adrenalinspiegel. Nicht jeder Fahrzeugbesitzer hat die Möglichkeit, seine Fahrzeuge in Garagen, Hallen oder unter Schutzdächern abstellen zu können.

Selbstschutztipps

Das Beachten einiger Verhaltensregeln könnte helfen, wenn man sich Dellen am Auto oder zerstörte Scheiben und die damit verbundenen Reparaturkosten ersparen will.

  • Um sich Ärgernisse zu ersparen, sollten Wetterprognosen mit Hagelwarnungen ernst genommen und wenn möglich die Fahrt verschoben werden.
  • Wird man von Hagelschauern überrascht, auf jeden Fall das Tempo reduzieren, den Abstand zum Vordermann erhöhen oder am besten überhaupt anhalten.
  • Ist das Weiterfahren unumgänglich, Licht einschalten und bei starker Sichtbehinderung gegebenenfalls die Nebelschlussleuchte verwenden.
  • Wird die Sichtbehinderung durch starken Hagelschauer bedrohlich, dann ist ein Anhalten sogar in Halte- und Parkverboten erlaubt.
  • Sollte ein Anhalten in Tunnels oder auf Brücken notwendig sein, müssen die nachfolgenden Autofahrer durch Einschalten der Warnblinkanlage auf das stehende Fahrzeug aufmerksam gemacht werden. Wird dies verabsäumt, kann das bei einem Unfall als schuldhaftes Verhalten ausgelegt werden und der säumige Fahrer haftet. Einsatzfahrzeuge möglichst nicht behindern!
  • Das Unterstellen des Fahrzeuges unter Vordächern, Brücken oder in öffentlichen Garagen könnte grobe Schäden abwenden.
  • Ist dies nicht möglich, könnte eine mitgeführte feste Decke die schlimmsten Schäden verhindern.
  • Für Autos, die im Freien abgestellt werden müssen, sind im Fachhandel Hagelschutz-Pelerinen erhältlich. Dadurch werden Fahrzeuge im Bereich des Kofferraumes, Daches und der Motorhaube durch ein Schaumstoffmaterial vor Hagelkörnern, herunterfallenden Kastanien, Eicheln oder Ästen geschützt.

 

 
 
 
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