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Basic Life Support (BLS) - Die lebensrettenden Basismaßnahmen

Jährlich sterben in Österreich ca. 13.000 Menschen an einem Herzstillstand. Mehr als die Hälfte könnte durch sofortiges Handeln gerettet werden. Das ist auch einer der Gründe, warum der Europäische Wiederbelebungsrat (European Resuscitation Council, ERC) im November 2005 neue Richtlinien für den gesamten Bereich der Wiederbelebung veröffentlichte. Einerseits galt es, die Lehrmethode an den neuesten Wissenstand anzugleichen, andererseits für Laien den Zugang zu Erster Hilfe zu vereinfachen.

Die lebensrettenden Basismaßnahmen beziehen sich auf die Aufrechterhaltung freier Atemwege sowie die Unterstützung von Atmung und Kreislauf ohne Gebrauch von Ausrüstung, abgesehen von schützenden Hilfsmitteln.
Da das Gehirn ohne Sauerstoff nur kurze Zeit überleben kann, führt Sauerstoffmangel schon nach wenigen Minuten zum Kreislaufstillstand und innerhalb kurzer Zeit zum Tod. 

Anhand von theoretischen und praktischen Modellen wurde ermittelt, dass mehr Brustkorbkompressionen von Vorteil sind: 30 Kompressionen zu 2 Beatmungen ergeben ein Optimum zwischen Sauerstoff-Zufuhr und Blutfluss beim Erwachsenen und bei Kindern.

Erwachsene und Kinder

Kleinkinder und Säuglinge

Neugeborene

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30 Kompressionen : 2 Beatmungen

15 Kompressionen : 2 Beatmungen

Notarzt *)

*) Die Neugeborenenreanimation fordert besonders sorgfältige und abgewogene Maßnahmen vom Notarzt. Die Beatmung dient primär der Entfaltung der Lunge, darf aber auch nicht zu forsch erfolgen, um die Lunge nicht zu schädigen.

 

Lebensrettende Sofortmaßnahmen

=> Liegt eine Gefahrenzone vor?

=> Reagiert der Patient?

1. Patient reagiert

2. Patient reagiert nicht

=> Atmet der Patient?

1. Patient atmet normal

2. Patient atmet nicht → Reanimation!

=> Liegt eine starke Blutung vor? → Blutstillung

=> Liegt ein Schock vor? → Schockbekämpfung

 => Liegt eine Gefahrenzone vor?

Vergewissern Sie sich, dass Patient und Anwesende nicht gefährdet sind. Liegt eine Gefahrenzone vor, d.h. besteht Gefahr für den Verunglückten und den Helfer (z.B. Brand-, Explosions- oder Einsturzgefahr, bei Verkehrsunfällen Gefahr von weiteren Unfällen), dann ist der Verunglückte rasch und schonend aus dem Gefahrenbereich durch WEGZIEHEN oder WEGTRAGEN zu bergen. Die Bergung aus einem Fahrzeug erfolgt am besten mit dem RAUTEK-GRIFF.

=> Reagiert der Patient?

Schütteln Sie ihn leicht an den Schultern und fragen Sie laut: "Ist alles in Ordnung?"

1. Patient reagiert

  • lassen Sie ihn in der Lage, in der Sie ihn vorgefunden haben, vorausgesetzt, dass keine weitere Gefahr besteht,
  • versuchen Sie herauszufinden, was mit ihm los ist, und holen Sie Hilfe,
  • falls erforderlich, überprüfen Sie ihn erneut regelmäßig.

2. Patient reagiert nicht

  • rufen Sie um Hilfe 
  • drehen Sie den Patienten auf den Rücken und machen Sie dann den Atemweg durch Überstrecken des Halses und Anheben des Kinns frei,
  • legen Sie Ihre Hand auf seine Stirn und ziehen Sie seinen Kopf leicht nach hinten, wobei Ihr Daumen und Zeigefinger frei bleiben sollten, um seine Nase verschließen zu können, falls eine künstliche Beatmung erforderlich wird,
  • heben Sie mit Ihren Fingerspitzen das Kinn des Patienten an, um den Atemweg freizumachen.
  • Während Sie den Atemweg offen halten, sehen, hören und fühlen Sie nach normaler Atmung 
  • sehen Sie nach Bewegungen des Brustkorbs,
  • hören Sie am Mund des Patienten nach Atemgeräuschen, 
  • fühlen Sie nach einem Luftstrom an Ihrer Wange.

=> Atmet der Patient?

Während der ersten wenigen Minuten nach einem Kreislaufstillstand ist es möglich, dass ein Patient kaum atmet oder nur vereinzelte, geräuschvolle Atemzüge macht. Verwechseln Sie dies nicht mit normaler Atmung. Sehen, hören und fühlen Sie nicht länger als 10 Sekunden, um festzustellen, ob der Patient normal atmet. Wenn Sie irgend welche Zweifel haben, ob die Atmung normal ist, dann handeln Sie so, als sei sie nicht normal.

1. Patient atmet normal

Wenn die Atmung des Patienten normal ist, das heißt, wenn innerhalb der 10 Sekunden 2-3 Atemzüge deutlich hörbar sind: 

  • bringen Sie ihn in die stabile Seitenlage,
  • schicken Sie jemanden oder gehen Sie selbst, um Hilfe zu holen oder den Rettungsdienst zu alarmieren, 
  • prüfen Sie auf kontinuierliche Atmung. 

2. Patient atmet nicht → Reanimation!

Wenn keine normale Atmung feststellbar ist, auch im Zweifelsfall!

  • schicken Sie jemanden um Hilfe oder, falls Sie allein sind, verlassen Sie den Patienten und alarmieren Sie den Rettungsdienst, 
  • gehen Sie zurück und beginnen Sie wie folgt mit der Herzdruckmassage,
  • knien Sie seitlich am Patienten, 
  • legen Sie den Ballen einer Hand auf die Mitte der Brust des Patienten,
  • legen Sie den Ballen Ihrer anderen Hand auf die erste Hand, 
  • verschränken Sie die Finger Ihrer Hände und vergewissern Sie sich, dass der Druck nicht auf die Rippen des Patienten ausgeübt wird, üben Sie keinerlei Druck auf den Oberbauch oder das untere Ende des Brustbeins aus, 
  • bringen Sie sich senkrecht über den Brustkorb des Opfers und drücken Sie mit gestreckten Armen das Brustbein um 4-5 cm nach unten,      
  • entlasten Sie nach jeder Kompression den ganzen Druck auf den Brustkorb, ohne den Kontakt zwischen Ihren Händen und dem Brustbein zu verlieren, wiederholen Sie dies mit einer Rate von rund 100x pro Minute (etwas weniger als 2 Kompressionen je Sekunde),
  • Druck und Entlastung sollten gleich lang sein.

Kombinieren Sie die Herzdruckmassage mit künstlicher Beatmung

  • Machen Sie nach 30 Kompressionen (bei Kleinkinder und Säuglinge 15 Kompressionen) wieder den Atemweg durch Überstrecken des Halses und Anheben des Kinns frei,
  • verschließen Sie mit Daumen und Zeigefinger Ihrer auf der Stirn liegenden Hand die Nase, 
  • erlauben Sie, dass sich der Mund öffnet, aber heben Sie weiterhin das Kinn an, 
  • atmen Sie normal ein und legen Sie Ihre Lippen um den Mund des Patienten, wobei auf eine gute Abdichtung zu achten ist,
  • blasen Sie gleichmäßig in den Mund, achten Sie während dessen darauf, dass sich der Brustkorb wie bei der normalen Atmung in rund einer Sekunde hebt, dies ist eine effektive künstliche Beatmung, 
  • während Sie den Hals überstreckt und das Kinn angehoben halten, nehmen Sie Ihren Mund von dem des Patienten und beobachten Sie, wie sich der Brustkorb bei Entweichen der Luft senkt, 
  • atmen Sie erneut normal ein und blasen Sie noch ein mal in den Mund des Patienten, um insgesamt 2 effektive Beatmungen zu erzielen,
  • Legen Sie dann ohne Verzögerung Ihre Hände auf die korrekte Stelle auf dem Brustbein und führen Sie weitere 30 Thoraxkompressionen durch, 
  • fahren Sie mit Thoraxkompressionen und Beatmungen im Verhältnis von 30:2 fort, 
  • unterbrechen Sie nur, um den Patienten erneut zu untersuchen, falls er wieder normal zu atmen beginnt, unterbrechen Sie ansonsten die Reanimation nicht.
  • Falls sich bei Ihrer ersten Beatmung der Brustkorb nicht wie bei einer normalen Atmung anhebt, gehen Sie vor dem nächsten Versuch folgendermaßen vor:
  • überprüfen Sie den Mund des Patienten und entfernen Sie mögliche Behinderungen,
  • vergewissern Sie sich, dass der Hals ausreichend überstreckt und das Kinn angehoben ist,
  • führen Sie jedes Mal höchstens 5 Beatmungsversuche durch, bevor Sie wieder die Herzdruckmassage aufnehmen,
  • Falls mehr als ein Helfer anwesend ist, sollte man sich alle 1-2 min in der Reanimation abwechseln, um Ermüdungen vorzubeugen. Stellen Sie sicher, dass es beim Helferwechsel nur zu minimaler Verzögerung kommt.

Eine Reanimation mit ausschließlicher Herzdruckmassage kann wie folgt durchgeführt werden:

  • Falls Sie nicht in der Lage oder nicht willens sind, eine künstliche Beatmung durchzuführen, dann wenden Sie nur die Herzdruckmassage an.
  • Bei ausschließlicher Herzdruckmassage sollten die Kompressionen kontinuierlich mit einer Frequenz von 100 pro Minute erfolgen,
  • Unterbrechen Sie die Maßnahmen nur, um den Patienten erneut zu untersuchen, ob er wieder normal zu atmen beginnt. Anderenfalls unterbrechen Sie die Reanimation nicht,
  • Fahren Sie mit der Reanimation fort, bis:
  • qualifizierte Hilfe eintrifft und den Patienten übernimmt,
  • der Patient normal zu atmen beginnt,
  • Sie erschöpft sind. 

Liegt eine starke Blutung vor? → Blutstillung

Wenn Blut aus einer Wunde spritzt oder im Schwall austritt, spricht man von einer STARKEN BLUTUNG.
Wird diese Blutung nicht rechtzeitig gestillt, kann es unter dem Anzeichen eines schweren Schockzustandes (=Kreislaufversagen) zum Tod kommen.
Die Blutstillung erfolgt durch Fingerdruck, d.h. - keimfreie Wundauflage auf die stark blutende Wunde pressen - oder durch Anlegen eines Druckverbandes.

Liegt ein Schock vor? → Schockbekämpfung

Bei Störungen der lebenswichtigen Funktionen z.B. durch starken Blutverlust, schwere Verletzungen oder Verbrennungen kann es zum SCHOCK kommen, der lebensbedrohend sein kann. Sofortmaßnahmen je nach Art der Verletzung: Blutstillung, Schmerzlinderung, richtige Lagerung, Zudecken des Verletzten ...

 
 
 
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