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Wirkung auf den Menschen

Unfälle mit gefährlichen Stoffen können Leben und Gesundheit auf verschiedene Art gefährden. Meist treten mehrere Gefahren gleichzeitig auf. Nachstehende Beispiele sollen einen Überblick über die verschiedenen Gefährdungsmöglichkeiten geben.

Gefährdungsmöglichkeiten

  • EXPLOSIONSGEFAHR
Gefahr durch Druckwelle und Trümmerflug.
  • VERGIFTUNGSGEFAHR
Aufnahme von giftigen Stoffen in den Körper durch Einatmen, Verschlucken oder über die Haut.
  • ERSTICKUNGSGEFAHR
Gefahr durch Sauerstoffmangel, Verdrängung des Sauerstoffes durch Brand- oder Gärgase
  • BRANDGEFAHR
Gefahr durch Hitze und Flammen bei Entzündung von brennbaren Gasen, Flüssigkeiten und Stäuben (z.B. Flüssiggas, Benzin, Kohlestaub).
  • BRANDFÖRDERUNGSGEFAHR
Gefahr durch entzündend (oxidierend) wirkende Stoffe. Verbrennungsgeschwindigkeit und Hitze können stark ansteigen.
  • VERÄTZUNGSGEFAHR
Verletzungen der Haut, Augen und Schleimhäute bei Kontakt mit Säuren und Laugen.
  • ERFRIERUNGSGEFAHR
Gefahr von Erfrierungen und Unterkühlungen durch ausströmende tiefkalte Gase oder Flüssiggase.
  • ANSTECKUNGSGEFAHR
Aufnahme von Krankheitserregern in den Körper.
  • UMWELTGEFAHR
Gefahr der Verunreinigung von Wasser, Boden und Luft.

Die Belastungspfade und ihre gesundheitliche Folgen

Gewalteinwirkung

  • Auswirkungen

Aufgrund von Bränden oder ungewollter chemischer Reaktionen kann es zu Explosionen kommen. Die dabei auftretenden Druckwellen können Schäden an Gebäuden (Fensterbruch, Einstürze etc.) aber auch körperliche Schäden (Trommelfellriss) zur Folge haben. In besonders ungünstigen Fällen kann es auch zu einem oft mehrere hundert Meter weit reichenden Trümmerflug kommen.

  • Mögliche gesundheitliche Folgen

Verletzungen aller Art.

Brand, Hitzestrahlung und Kälte

  • Auswirkungen

Unfälle mit gefährlichen Stoffen bergen meist auch eine große Brandgefahr in sich. Diese Gefahr besteht aber nicht nur am Ort des eigentlichen Unfallgeschehens, sondern durch Austreten brennbarer Flüssigkeiten und Gase/Dämpfe auch noch in größerer Entfernung. Bei Großbränden kann es durch Hitzestrahlung auch zu Selbstentzündungen in der Umgebung kommen. Ausströmende tiefkalte Gase oder Flüssiggase können in unmittelbarer Umgebung zu teilweisen Erfrierungen führen.

  • Mögliche gesundheitliche Folgen

Brandverletzungen, Erfrierungen und Unterkühlungen.

Einatmen verunreinigter Luft (Inhalation)

  • Auswirkungen

Als Folge solcher Unfälle können sich toxische (giftige) Stoffe über mehrere Kilometer in der Atmosphäre ausbreiten. Der Gefährdungsbereich kann mehrere Quadratkilometer betragen und ist damit wesentlich größer als jener, der durch Gewalteinwirkung, Brand und Hitzestrahlung entsteht. Die Gefährdung ist nur während des Durchzuges der Schadstoffwolke gegeben, also über einen Zeitraum von mehreren Stunden. Geruchsbelästigung, Nebelschwaden oder körperliche Reaktionen, wie Brennen der Schleimhäute (Augen, Hals) oder Atembeschwerden können ein erster Hinweis auf freigesetzte Schadstoffe sein. Nicht alle dieser Stoffe sind jedoch durch unsere Sinnesorgane wahrzunehmen.

  • Mögliche gesundheitliche Folgen

Vergiftungs-, Verätzungs- und Ansteckungsgefahr

Aufnahme kontaminierter Nahrungsmittel (Ingestion)

  • Auswirkungen

Nahrungsmittel, die bei einem Unfall mit gefährlichen Stoffen verunreinigt (kontaminiert) wurden, können beim Verzehr schwere gesundheitliche Schäden hervorrufen. Der Verzicht auf solche Nahrungsmittel, insbesondere Obst und Gemüse aus dem Garten, ist daher in solchen Situationen unbedingt erforderlich. Auch im Haus oder der Wohnung offen gelagerte Nahrungsmittel können kontaminiert sein und müssen daher ersetzt werden. Produkte, die in Gläsern, Dosen, Flaschen etc. verpackt sind, sind davon nicht betroffen.

  • Mögliche gesundheitliche Folgen

Vergiftungs-, Verätzungs- und Ansteckungsgefahr

Oberflächliche Verunreinigung von Personen und Sachen (Kontamination)

  • Auswirkungen

Dieser Belastungspfad stellt die zeitlich betrachtet längste Belastungsart dar. Die bei Unfällen mit gefährlichen Stoffen freiwerdenden Substanzen können sich mit Hilfe der Thermik oder des Windes über größere Entfernungen ausbreiten und an Personen, die sich zu diesem Zeitpunkt im Freien aufhalten und an allen im Freien befindlichen Oberflächen ablagern. In weiterer Folge können solche Schadstoffe über offene Wunden oder in besonderen Fällen auch direkt über die Haut (Resorption) in den Körper aufgenommen werden und gesundheitliche Schäden hervorrufen. Die Gefahr besteht auch noch nach dem Durchzug der Schadstoffwolke. Solange diese Verunreinigungen von Straßen und Wegen nicht entfernt wurden, ist vor allem auf besondere Reinlichkeit zu achten.

  • Mögliche gesundheitliche Folgen

Vergiftungs-, Verätzungs- und Ansteckungsgefahr

 

 
 
 
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