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Witterung

"Reden wir über's Wetter". Dieser Satz hat für Bergsteiger eine besondere Bedeutung. Das Wetter ist der entscheidendste Faktor: Blitzschlag, Kälte, Hitze, Nässe, Vereisung, schlechte Sicht u. dgl. sind die auffälligen Folgen. Steinschlag, Lawinen, Gereiztheit bei Föhn, Herzprobleme bei schwüler Luft oder Wetterumschwüngen sind die weniger leicht erkennbaren Folgen. Doch entgegen der landläufigen Meinung ist das Wetter nicht heimtückisch.
Entscheidende Wetterumschwünge werden durch den Wetterbericht vorhergesagt (Wetterstürze können allerdings früher oder stärker bzw. später oder schwächer kommen).
Sind Wärmegewitter für den Nachmittag angekündigt, achten Sie bei der Tourenplanung darauf, dass Sie am frühen Nachmittag in der Nähe einer Schutzhütte sind.
Ist eine Kaltfront angekündigt, lassen Sie sich durch das meist schöne Wetter unmittelbar vorher nicht zu einer längeren Tour verleiten. Denn oft ist mit einer Kaltfront ein Wettersturz und ein Frontgewitter verbunden. Unternehmen Sie daher nur kleine Touren, die man jederzeit beenden kann.

Gewitter

Die Gefahr kündigt sich meist durch eine Gewitterstimmung an. Es gibt leider keine absolut verlässliche Methode, den Beginn und die Dauer der Gefährdung festzustellen. Stellt man fest, dass ein Gewitter weniger als 3 km entfernt ist, das ist z. B. dann der Fall, wenn zwischen Blitz und Donner weniger als 10 Sekunden vergehen, dann ist das Gewitter gefährlich nahe.

Warnsignale: Schwüle Luft, Quellwolken.

Alarmsignale: Quellwolken mit dunkler Unterseite, ausgefranste Ränder, fernes Donnergrollen

Höchste Lebensgefahr: Elektrische Ladung in der Luft (Haare stellen sich auf, Knistern ....)

Der beste Schutz gegen Blitz ist, rechtzeitig wieder in der sicheren Unterkunft zu sein!


Das Märchen vom unerwarteten Gewitter hält sich sehr hartnäckig, es kommt aber kein Gewitter unerwartet!

Den besten Schutz gegen Gefährdung durch Blitzeinwirkung finden Sie grundsätzlich im Inneren von:

  • Gebäuden mit Blitzschutzanlagen
  • Stahlskelettbauten
  • Baracken mit zusammenhängenden Blechwänden und -decken
  • Fahrzeugen mit Ganzmetallkarosserie wie PKW, Wohnwagen, Eisenbahnwagen, Autobussen
  • Metallschiffen
  • Seilbahnwagen

Bedingten Schutz finden Sie:

  • im Inneren von Gebäuden, Hütten und dgl. ohne Blitzschutzanlage. Man halte sich dort in der Raummitte auf und nicht bei offenen Fenstern oder Türen. Man vermeide weiters das Berühren von Gas, Wasser oder Heizungsrohren sowie elektrischen Einrichtungen,
  • unter Spannfeldern von Seilbahnen und Liften, jedoch nicht in der Nähe von Stützen,
  • unter großen Brücken, jedoch nicht in unmittelbarer Nähe von Pfeilern oder Fundamenten.

 

Sehr gefährdet sind Sie auf Gipfeln, Graten, unter/in der Nähe von einzelnstehenden Bäumen, Wasserrinnen, am Fuße von Felswänden, im Eingangsbereich von Höhlen, bei Hochspannungsleitungen.

Sehr gefährdet sind Sie auf Gipfeln, Graten, unter/in der Nähe von einzelnstehenden Bäumen, Wasserrinnen, am Fuße von Felswänden, im Eingangsbereich von Höhlen, bei Hochspannungsleitungen.

Besseren Schutz finden Sie in Täler oder Senken, ca. 15 Meter von Felswänden entfernt. Unter dem Biwaksack die Kauerstellung einnehmen, auf den Rucksack setzen und die Füße geschlossen halten.

Besseren Schutz finden Sie in Täler oder Senken, ca. 15 Meter von Felswänden entfernt. Unter dem Biwaksack die Kauerstellung einnehmen, auf den Rucksack setzen und die Füße geschlossen halten.

Wirklich sicher sind Sie nur in Gebäuden oder Fahrzeugen.

Kälte

Kälte wird im englischen Sprachraum "The silent killer" genannt: "Der schleichende Tod" (frei übersetzt). Kälte tötet oft nicht unmittelbar, ist aber die Ursache für viele tödliche Fehler:

  • Kälte lähmt
  • Kälte erzeugt Stress (ich muss rasch hier weg)
  • Kälte macht die Leute apathisch
  • Kälte schwächt die Entscheidungskraft
  • Kälte behindert die Bewegungen. Sie werden eckig, unpräzise

Versuchen Sie, alles zu tun, um Kälte zu vermeiden:

  • Nehmen Sie auch an schönen Tagen zumindest einen dünnen Anorak und eine Überhose, sowie Haube und Handschuhe mit.
  • Geben Sie nicht nach. Wehren Sie sich! Zittern Sie, hüpfen Sie, bewegen Sie sich, machen Sie Kniebeugen. Falls Sie bei sich feststellen, dass Sie bei Kälte eher ruhig bleiben und frieren, sind Sie besonders gefährdet!

Daher nicht vergessen: Wetterschutz

  • Anorak 
  • Überhose
  • Haube
  • Handschuhe

Solange Sie noch vor Kälte zittern, besteht keine unmittelbare Gefahr. Ein Alarmzeichen ist, wenn Sie nicht mehr vor Kälte zittern.
Wenn jemand nicht mehr "klar" ist, (also keine sinnvollen Antworten mehr geben kann), dann besteht höchste Gefahr!

Wind

Bei Wind tritt eine deutliche Verschärfung der Gefahr auf: 
Der sogenannte "Wind Chill" Faktor: Aus Temperaturen um den Gefrierpunkt machen 40 km/h Wind an die 20 Minusgrade!
Falls Sie es nicht schaffen, durch Aktivität warm zu bleiben, beginnt der Körper auszukühlen. Arme und Beine werden vom Blutkreislauf abgesperrt um das Herz zu schützen.
Falls die Kerntemperatur weiter sinkt, werden Sie bewusstlos, das Herz bleibt stehen und letztendlich sterben Sie.
Gefährlich unterkühlte Personen erkennt man daran, dass sie nicht mehr ansprechbar sind.
Sollte es bereits soweit sein, dann haben die Arme und Beine deutlich tiefere Temperatur als der Körperkern. Bewegen kann zum Tod führen, weil sich dann das kalte Schalenblut mit dem Kernblut vermischt.

Je stärker der Wind, desto kälter ist er!

So wirken bei ca. 40 km/h Wind +10 Grad Lufttemperatur so wie 0 Grad! Der selbe Wind kühlt bei -10 Grad bereits auf -34 Grad ab!

Daher: Unterkühlte liegen lassen und vor weiterer Abkühlung schützen!

Wenn möglich, mit Hubschrauber oder Bergrettung abtransportieren lassen!

Nebel

Bei Nebel geht man gerne im Kreis. Gehen Sie daher kein Risiko ein. Wenn Sie den Weg fortsetzen, markieren Sie ihn mit Steinen, Rasen oder Zweigen recht auffällig, um Suchmannschaften zu "lenken". Geben Sie auch gegenüber anderen Gruppen zu, dass Sie den Weg oder die Orientierung verloren haben. Das gleiche gilt auch im Winter. Da können Schispuren zugeweht werden. Wenn Sie vom Weg abgekommen sind, bereiten Sie ein Biwak vor, wo Sie bleiben sollten.

Sie werden gesucht, wenn Sie Nachricht hinterlassen haben, wo Sie sind.

 

 
 
 
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